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Woche 4: Zimmer usw.

veröffentlicht um 10.11.2010, 23:08 von Falko Werner   [ aktualisiert: 17.04.2011, 15:20 ]

17.10.2007 23:00:43

Auch heute hatte ich wieder einen extrem spannenden, naja zumindest interessanten Tag. Angefangen hat er mit einen mal abwechslungsreichen Frühstück: Brötchen und Mango-Marmelade. Jeden Tag mit Müsli zu starten ist irgendwann auch langweilig. Dann ging es damit weiter, dass ichmir ja gestern mal wieder ein plattes Hinterrad eingefangen habe, also hieß es Hinterrad ausbauen und mit dem ausgebauten Hinterrad zur Uni laufen und dann gleich mal flink in die Flickwerkstatt. Davon gibt es zu Glück auch in der Uni eine, aber Poncheras, wie sie heißen gibt es in Kuba wie Sand am Meer. Ihr wisst schon wie ich das meine. Außerdem ist daraus mit Sicherheit zu schließen, dass es bei weitem nicht nur mir mit den Platen so geht sondern vielen, vielen Kubanern auch.


Ein Frosch, der es sich statt des ausgebauten Hinterrads bequem gemacht hat

Aber das waren nicht die spannensten Erfahrungen von heute, denn neben dem Ausbau der einen von beiden Klimaanlagen im Labor, die für das umziehende Rechnerlabor verwendet werden soll, fand heute auch ein Gedenkmarsch der Studenten in die Stadt an. Aber eines nach dem anderen. Rudaev hat bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass er sicher eine der beiden "Kühlmaschinen" hier ausbauen wird, und ich, frech wie ich manchmal bin, habe gefragt, ob das noch passiert während ich hier in Kuba bin, oder ob ich damit nicht rechnen brauch. Scheinbar war das ein weiterer Anreiz, flink mit dem Umbau voranzukommen. Also nix kompliziertes, einfach die Klimanalage vom Strom abklemmen und aus der Wand ziehen, 2 Etagen nach oben tragen und ins bereits vorbereitete Gestell gesetzt. Denkste, das Ding ist nämlich ziemlich unhandlich und es sollten schon 2-3 Leute mit anfassen, die auch fast immer gleich zur Stelle waren. Nachdem auch das geschafft war, hieß es noch das Hinterrad abholen und weiterarbeiten.


Rudaev beim Klimanlagen-Ausbauen


Ariel und Rudaev beim tagen, gut, dass ich fotografieren muss :)

Dabei hätte ich fast den Gedenkmarsch, der 16Uhr starten sollte verpasst. Aber mit kubanischer Ruhe bin ich 3/4 5 dann langsam losgegangen, da ich mir gedacht habe, vor halb 5 geht's eh' nicht los und die 4-tel Stunde hole ich doch locker auf. Gedacht, getan. Das schöne an der Sache war, es sind mir auch gleich noch ein paar Kollegen aus der FIM (Faculdad Ingenería Mecaníca) über den sprichwörtlichen Weg gelaufen und ich habe gleich wieder eine Chance gehabt einiges über Kuba und Santa Clara zu lernen, während ich dabei auch noch Spanisch geübt habe. Wir haben uns bis halb 8 dann vorm Teatro de Caridad (Theater der Wohltätigkeit) unterhalten und dann sollten die Busse zurück in die Uni fahren. Also bin ich aufgebrochen um mir einen Platz zu schrn. Aber wie das bei hunderten Studenten so ist, da waren zu viele (einheimische) flinker als ich und ich hab' mich dann bei den Warteschlangen nicht anstellen wollen, sondern mich dazu entschlossen, gemütlich in der Stadt zu essen und mich danach auf den Heimweg zu machen. Aber auch daraus ist nichts geworden. Diesmal aber nicht wegen überfüllter Busse, sondern wegen der Theater-, Tanz-, Musik- also allgemein Kunstaufführung der Sana Claranier(innen) im Gedenken an Ché. Eine sehr gelungene, wenn auch an einigen Stellen merklich improvisierte Veranstaltung. Man muss aber staunen, was die Kubaner mit ihren Mittlen (ein paar Bühnenscheinwerfer, ein Beamer, ein DVD-Player, ein paar Boxen und viele Rollen Klebeband) so auf die Beine stellen. Das Klebeband war übrigens dazu da die Fugen der Aufführungsfläche zu überkleben, damit die Tänzer einen möglichst ebenen Untergrund hatten.


Ariel beim Gedenkmarsch


Viieeele Studenten beim überqueren der Bahnlinie


Feiern im Park, bis in die Nacht


Tanzen, vor der Aufführung der lokalen Kunstgruppen


Die Leinwand


Eine Sängerin aus Santa Clara


Eine der vielen Tanzgruppen


Standing Ovations für das gesamte Ensemble

Alles in Allem ein sehr angenehmer, gelungener Abend. Sogar die Rückfahrt hat problemlos geklappt, dann als ich am Busterminal angekommen bin, hat der Bus schon gewartet, Sitzplätze waren auch noch ein paar frei und so bin ich doch mal in die Uni und habe mir noch die Zeit genommen, den Text zu schreiben und die Bilder zu kopieren, um dann morgen hoffentlich wieder mit Internet beides online zu stellen.

Jetzt geht es eigentlich auch nur noch mit dem Hinterrad in der Hand zurück ins Wohnheim, wo hoffentlich anders ale heute morgen wieder Wasser fließt und danach ab in die Falle.

17.10.2007 15:59:34

Und damit der Text so allein nicht gleich wieder alle erschlägt, heute wieder ein paar Bilder. Endlich bin ich mal dazu gekommen, mein Einzelzimmer auch zu fotografieren.


Mein Einzelzimmer, leider habe ich keinen richtigen Schrank, also liegt alles auf den Betten rum.


Mein Bett, links und die Abstellecke, sowie mein Studenten-Tisch (selbstgebaut)


Mein Blick aus dem Bett zur Außenwand


Mein Kuba-Fahrrad vor der Freunde-Wand (Fotos)


Die "FreundeFotos" zur Erinnerung, wie ihr alle ausseht ;)


passend dazu die Familien-Foto-Wand

16.10.2007 22:50:24

Was mir da gerade noch einfällt, heute habe ich von Rudaev die frohe Botschaft erhalten, das ich mit ihm gemeinsam am Wochenende die interessanten Städtchen in der Gegend von Trinidad erkunden kann. Denn er kennt dort ein paar nette Bekannte, die eine Casa vermieten und da im Moment ja Nebensaison ist, ist sie nicht ausgebucht. Also heißt es am Wochenende wieder Ausflug und viel Englisch oder sogar Spanisch sprechen, erzählen, tanzen, Musik hören und viele neue Eindrücke sammeln. Also heißt es jetzt ranklotzen, damit es auch was wird, mit der Diss, bevor ich ins lange Wochenende geh'

15.10.2007 22:21:05

Mein Wochenende war nicht sehr spannend, ich habe mich, wenn man es einfach betrachtet, damit beschäftigt mein Einzelzimmer mal wieder von-Grund-auf zu reinigen, Wäsche zu waschen und Postkarten zu kaufen. Dabei bin ich Samstag bei meinem Besuch auf dem Mercado Sandino auf das im Kleinen Kubahandbuch Santa Clara erwähnte Fischrestaurant gestoßen. Dort gibt es verglichen mit deutschen Verhältnissen zu Spottpreisen sehr leckere Krabben und andere Meerestiere, die ich beim nächsten Besuch sicher probieren werde. So habe ich dann frisch gestärkt mal einen längeren Spaziergang durch mir zufuß noch unbekannte Straßen gewagt, um schleißlich da anzukommen, wo ich bereits gewesen bin, am Sandino.


ein kubanischer Geier, der mir über den Weg geflogen ist...


... bevor er wieder geflüchtet ist, vor dem Foto-Touristen


Adios, Geier


Fußball: Santa Clara vor, schießt ein... Toooor!

Bei meinem sonntäglichen Stadtbesuch bin ich in der Hoffnung etwas vom Staatsbesuch des Venezuelanischen Staatspräsidenten in Santa Clara mitzubekommen, aber außer hunderter Kubaner, die die Straßen gesäumt haben, ist mir dieses Glück leider nicht zuteil geworden. Sodass ich mich dazu entschlossen habe einen zweiten Rutsch Postkarten zu kaufen und zu schreiben. Gesagt getan. Danach habe ich mich dann wieder mit einem Besuch in der Copellia (Eisdiele) belohnen wolen, doch leider gabe es da wegen des Staatsbesuches leider kein Eins sondern nur Kuchen. Das wiederum hatte den Vorteil das die sonst übliche Schlange auf eine Person zusammengeschrumpft wa, als ich angekommen war. Das machte dann das sonst übliche stundenlange Warten natürlich um einiges angenehmer. Außerdem konnte ich so noch gut 2x Guavensaft nachbestellen, ohne lange warten zu müssen.

Guavensaft ist zur Zeit der einzige Fruchtsaft, den man hier im Moment neben dem leckeren Kokosnußwasser bekommen kann, ohne die unverschämten Saftpreise von 2,60/l im Supermarkt zahlen zu müssen. Außerdem ist der Guavensaft natürlich frischgepresst um einiges leckerer als Tütensaft. Die pinke Farbe macht den Saft dann nicht nur kulinarisch sondern auch optisch zu etwas Besonderem.

16.10.2007 20:20:23

Die neue Woche hat gestern gut angefangen. Mit dem Fertigstellen einer Projekt-Teilaufgabe konnte ich ruhigen Gewissens gestern zur Uni kommen und die Daten an die Uni mailen und danach zum Spanischkurs gehen.

Den Kurs gibt die Deutschlehrerin Rosa hier an der Uni nur für uns beiden Spanisch-Anfänger, Ruben aus Oldenburg und mich. Mit dem 2-er-Intensivkurs einerseits und dem wieder hinter und nicht vor der Schulbank sitzen musste ich mich erstmal anfreunden und außerdem den Unterrrichtsstil von Rosa kennenlernen. Das lief alles in allem sehr gut. Ich konnte das ein oder andere auf Anhib und alles weitere so ziemlich verstehen.

Nach dem Spanischunterricht habe ich noch ein wenig an der Diss geschrieben und dann hatte ich mir vorgenommen meine Postkarten, die ich am Wochenende erstanden und gleich geschrieben habe abzuschicken. Da es nach Santa Clara mit dem Bus immerhin gut eine halbe Stunde kostet und gewöhnlich die Läden gegen 5 schließen, habe ich damit gerechent, dass ich gegen 4 aufbrechen muss, um noch ein wenig Zeit in der Stadt zu haben, um Briefmarken zu kaufen, die Karten abzugeben und vor Ladenschluss noch kurz ein paar Besorgungen zu erledigen bevor ich dann vielleicht zur Belohnung noch lecker essen gehe.

José, mein Kollege hier aus dem Büro, der regelmäßig seine Tochter aus dem Kindergarten abholt, ist zu gelichen Zeit aufgebrochen und damit war ich mir indirekt eig. ziemlich sichr, dass ich auch gut in der Zeit liege. Dann haben wir uns auf dem Weg zur Bushaltestelle noch kurz unterhalten und nach 5 min. Warten kam dann noch Ruben dazu sodass sich die beien auch kennengelernt haben. Wir erzählten und warteten, aber der Bus kam nicht. Die Zeit zum Karten verschicken und einkaufen wurde immer knapper. Schließlich habe ich mich entschlossen Ruben den Zug, der ja eigentlich immer pünktlich ond mit nur einem Weichen-stell-Stopp auch schneller ist, zu zeigen.

Womit jedoch nicht zu rechnen war, war das Wetter. Beim Spanischkurs noch ketzerisch darauf getippt, dass es noch regnet, kam es wie es kommen musste. Der wieder sinnflutartig herabstürzende Regen setzte ein. Diesmal trocken im Zug sitzend, habe ich mir keine größeren Sorgen gemacht.

Das Dumme an der Situation war nur, das der Regen nicht wie üblich nach 20-30 Minuten aufgehört hat sondern ununterbrochen weiterging. Dem Himmel konte man es ansehen und die Palmwedel an den Großen palmen hingen durch den Wind unüblich nur an einer Seite. Also haben wir am Ersten Halt, noch vor dem Bahnhof den Fußmarsch angetreten, Ruben in seiner H&M-Wetterjacke, unter der er die Informatiker-Ausrüstung (Laptop usw.) verstaut hat und ich in 3/4-Hose, Hemd, Rucksack mit Postkarten und Regenschirm. Der Weg führte uns zum Rio Cubanicay, der durch Santa Clara führt und er war fast bis ans Ufer gefüllt. Ein seltsamer Anblick dessonst so ruhig dahindümpelnden Baches, der oftsogarden Eindruck macht zu stehen statt zu fließen. Weiter ins Zentrum ging es dann die Straßen und Fußwege entlang, an denen das Regenwasser aus den höhergelegenen Stadtteilen aus den Gullis kam und außerdem noch am Straßenrand entlangfloss. Sodass wir mehrmals nasse Füße bekommen haben. Ruben war dahingehendmit seinen FlipFlops natürlich besser ausgestattet als ich mit meinen Lederschuhen und Socken, aber wenn die Schuhe erstmal vollgelaufen sind, ist es eigentlich auch egal.

Schleißlich hat mich Ruben noch netterweise bis zum Postamt gebracht, das glücklicherweise sogar noch geöffnet hatte und ist dann weiterzu seiner Freundin. Ich konnte meine mir selbst gesetzte Aufgabe, die Postkarten, die ich vorsichtshalber noch abfotografiert habe, falls sie nicht ankomen sollten, verschicken. Daraufhin habe ich mich mit einem Hamburger aus echtem Rindfleisch, das wie hier üblich doch sehr zäh ist, belohnt und dann auch schon den Rückweg angetreten. Auf dem Weg habe ich dann noch an einem privaten Fenster-Shop 2 leckere, wenn auch etwas fettige Kekse erstanden und bin dann satt, etwas glücklicher aber naß zum Busbahnhof gelaufen. Der Bus kam wie üblich nacheinigen ungezählten Minuten Wartens und ich habe glatt im großen Gedränge vor der Bustür einen der letzten Stehplätze bekommen können. So konnte ich ohne weitere Verzöerung direkt bis zum Uni-Campus fahren.
Schließlich doch ziemlich müde habe ich noch ein wenig Wäsche gewaschen, die triefnassen Schuhe neben der Wäsche aufgehängt, mich geduscht und den restlichen Abend dann vorm Laptop verbracht und dort noch eine Grammatiklektion im elektronsichen Spanischkurs durchgearbeitet bevor ich mich schließlich Schlafengelegt habe.
Der neue Tag hat mit Frühstück, halbstündigem Fußmarsch und 2 Stunden Spanisch mit Ruben bei Rosa begonnen und ich habe dabei eigentlich auf die gewünschte Einführung zur Konjugation spanischer Verben insbesondere der Zukunfts- und Vergangenheitszeitformen gewartet, bin aber mit einer angenehm einfachen Übung zum Wiederholen der im Praktischen erfahrenen und gelernten Mahlzeiten überrascht worden. Die Unterrichtsstunden zudritt vergehen scheinbar wie im Flug, dann die Fragen, die Ruben und ich imme rin die Runde werfen lockern den Untericht erheblich auf, wir erfahren viel über Kuba und außerdem über wir natürlich das Sprechen. Also ist das wie man so schön sagt fast wie Kinderüberraschung: 3 gute Sachen auf ein Mal.


Der "Briefkasten" im Postamt

Der Rest des Tages war mit Einzelmittagessen am Pizza-Container, Arbeit am PC und Rückfahrt zum Wohnheim eher unspektakulär, wenn man von zwei Dingen absieht. Das erste ist, dass ich schon wieder nen Platten am Rad habe. Diesmal zur Abwechslung wieder mal am Hinterrad und deshalb zum zweiten dem Treffen mit Natasha sicher zu spät gekomen wäre. Aber wie ich so bin habe ich das Praktische mit dem Nützlichen verbunden. Das heißt soviel wie, ich habe das Rad ins Wohnheim geschoben, da der Weg kürzer wag, bin noch flink in die MensaII gegangen, habe dann das Hinterrad asugebaut und bin mit dem Rad nachdem ich mich umgezogen habe dann zum Date in die Uni zurückgejoggt und bin doch glatt 5 Minuten zu früh angekommen. Gut, dass es kein "richtiges Date" ist, mit wegehen und so;)

10.10.2007 15:43:07 - Stichpunkte

Kurzer Abriß zu den letzten Tagen hier ohne Internet.

10.10.2007
Bilder fürs Zimmer zusammensuchen, Erinnerungen an zuHause
Reisebericht online stellen
Kubahandbuch aufbessern
Diss schreiben
Santa Clara: Fotos "Drucken" lassen & lecker Essen gehen
Online alles aufholen, was die letzten Tage liegengeblieben ist.

09.10.2007
Uni: Diss schreiben
Ponchera: Reifenpanne beseitigen lassen
Mittag mit Toscano und Lazaro
Mietbus: Santa Clara
Shopping und Preisfindung für Fotos
Regenguß
Guagua: Der Öffentliche Nahverkehr in Santa Clara, ein Beispiel für Kuba
Natascha aus Barbados & Iwan aus Habana kennengelernt
Räumen und basteln im Wohnheim, langsam nimmt Mein Zimmer Gestalt an.

08.10.2007
Tren a la Santa Clara mit Lazaro, eine Erfahrung für sich. Bilder demnächst.
Besuch bei casa particular Sra. Sara
Shopping: Zimmerausattung (Toilettendeckel, Personenwaage)
Tren a la Universidad


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