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Woche 2: Denken sich eingelebt zu haben

veröffentlicht um 10.11.2010, 23:01 von Falko Werner   [ aktualisiert: 17.04.2011, 15:24 ]

30.09.2007 18:17:52

Je nach Wetter, von dem ich hier ziemlich abhängig bin (Scheine die Regenzeit erwischt zu haben, das passt mir eig. weniger.) stecke ich entweder im Büro oder dem Wohnheim fest. Wenn es das Wetter zulässt, bin ich in meist Santa Clara unterwegs; Marktbesuche, Wege erledigen wie z.B. zum Friseur zu gehen oder nur Eisessen. Bei den Preisen hier könnte man ja glatt davon leben. Ein normales Eis (leckeres Softeis, meist Vanille, Schoko, oder beides) kostet üblicherweise einen Peso cubano (umgerechnet ungefähr 3 ct). Auch die vielerorts verkauften Käse- oder Käse-Schinen-Pizzen für 4 bzw. 8,65 Peso cubano also 13 bzw 29 ct sind noch geradeso erschwinglich sind ;)
So kann man sich mit Fastfood á la Cuba versorgen, wenn man keine Lust auf das bestimmt schon 2x hoch- und runtergegessene Mensamenü hat :)
Andererseits kosten natürlich alle Importwaren "Intershop-Geld": Peso convertible. Damit wird mein Frühstücksmüsli (Cornflakes für gut 4€) schon so etwas wie Luxus.

So, der zweite große Regenguß heute ist vorüber, dann mach ich mich jetzt erstmal auf den Weg zurück zum Wohnheim und schaue mir an, wie naß meine frisch gewasche, vorher fast trockene Wäsche denn wieder geworden ist.

27.09.2007 10:13:17

Guten Morgen, Guten Abend, Guten Tag oder Buenos días, buenos tardes, buenos noches!
(Je nach Belieben des Lesers; Reihenfolgen nicht identisch.)

Am gestrigen Tag bin ich mit meiner Arbeit endlich wieder ein wenig in die richtige Richtung gekommen, nämlich vorwärts. So langsam bekomme ich in dem angesammelten Datei-Chaos der letzten Monate und z.T. auch Jahre langsam ein wenig Ordnung und auch die Gliederung der Diss nimmt dabei wieder mehr Gestalt an.

Ansonsten habe ich die letzten Tage genutzt ein wenig mit dem Rad, das ich mir hier gekauft habe, zu fahren. Auch wenn es erstmal nur rgelmäßig die Strecke zwischen Wohnheim und Labor war. Das sind dann die auch aus MD gewohnten 4 km am Tag. So spare ch mir jeden Tag ungefähr ne 3/4 Stunde Zeit. Außerdem habe ich mit Raul zusammen gestern wieder einen Abstecher in die Stadt gemacht, Pizza und Eis essen sowie einkaufen.

Schließlich, nachdem wir zurückgekommen sind und das angekündigte Gewitter ausgeblieben ist, habe ich die Chance genutzt Raul das Messlabor zu zeigen, sodass er auch die Chance hat mich mal zu besuchen.

Schließlich sind wir ziemlich spät wieder zurück ins Wohnheim und auf dem Weg fiel uns auf, das es eine scheinbar relativ große Party auf dem Gelände der Studentenorganisation FEU gab. Aber dafür war ich dann doch zu viel auf den Beinen und außerdem wurde die Carne de Idendidad, die für mich mit meinem knapp 3-monatigen Aufenthalt nicht ausgestellt wird, überprüft.

Die Fauna Kubas im Wohnheimzimmer hautnah erlebt (eine Übersicht)

25.09.2007 17:05:16

Mittlerweile bin ich der Meinung zu verstehen, was mit Regenzeit auf Kuba gemeint ist, regelmäßig zum Feierabend fängt es an zu regenen, sodass ich keine Lust habe mich auf den Weg ins Wohnheim zu machen also sitze ich hier und schreibe am Blog. Heut bin ich zumindest dazu gekommen einige meiner Bilder hochzuladen, ohne vom Stromausfall unterbrochen zu werden.


Das ist der Strom, der durch's Unigelände fließt.


Das Fakultätsgebäude der FIM (eigentlich Mechanica und Químia)


Unser "Besuch" gestern Abend, süß, nicht wahr?

24.09.2007 18:13:57

Nachdem ich am Wochenende hier nicht zu schreiben gekommen bin, nutze ich jetzt die Chance länger im Büro zu bleiben und nicht durch den Regen zu müssen um das nachzuholen. Deshalb wird der erst geplante kurze Abriss des Geschens seit dem letzten Eintrag, den ich aufgrund eines Stromausfalles jetzt das zweite mal schreibe, vielleicht auch etwas länglicher.

Am Freitag bin ich statt des üblichen Essengehens mit Rudaev und einigen Bekannten mit den beidem anderen Deutschen hier an der UCLV, Ruben und Anne-Christin, in die Mensa gegangen. Die beiden und ein paar Freunde machen in den beiden folgenden Wochen Urlaub, sodass dies die letzte Möglichkeit war, uns vorher nochmal ein wenig zu unterhalten.
Nachmittags habe ich vergeblich versucht hier in der Uni meinen platten Fahrradhinterreifen reparieren zu lassen und das dann auf Montag mit Rudaevs Hilfe vertagt. Am Abend gab es im Wohnheimzimmer dann die zweite Mini-Pokerrunde, die dann den Abend beschloss.

Mit dem frühen Aufstehen und Wäsche waschen, aufhängen und gelegentlich nachsehen, ob sie trocknet und abnehmen begann mein Sonnabend. und nachdem dich Pflichtn erledigt waren ging es zum erholsamen Teil des Wochenendes über. Ab Mittag war das dann der Ausflug mit Raul per Bus nach Santa Clara mit dem Ziel das Che-Mausoleum zu finden und erkunden.
Zu Mittag gegessen haben wir beiden in einem vor Raul ausfindiggemachten Peso-Restaurant in der Innenstadt von Santa Clara. Da nahm ich an es wird nicht teuer. Trotzdem für 2 Personen insg. 133 Peso für ein Mittagessen auszugeben ist für die Verhältnisse hier schon mehr als Luxus, besonders wenn man das mit einem Mensa-Mittagessen mit 0,8 Peso vergeleicht. Dazu kamen dann auch noch 7,55 CUC (das "Westgeld" auf Kuba) für die Getränke, also zuzweit insgesamt rund 10,40€. Und ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen den normalen Kubanern gegenüber.
Danach stand dann Geld tauschen auf dem Plan, auch wenn es nicht unbedingt der einzige Grund für den Geldtausch war :)
Schließlich konnten wir uns frisch gestärkt dem Hauptgrund des Santa Clara Besuchs widmen. Wir haben uns anschließend zufuß auf den Weg gemacht, das Che-Monument besuchen. Das Monument mit der überlebensgroßen Ernesto Che Guevara Statue und dem Relief an sich sind schon beeindruckend. Trotzdem hat der Besuch des im Komplex befindlichen Museums und des Mausoleums noch weitaus mehr Eindruck bei mir hinterlassen.
Am späten Nachmittag mit dem Einsetzen von Regen sind wir dann nach dem Rückwanderung in die Stadt und der gut halbstündigen Busfahrt wieder im Wohnheim angekommen, wo die inzwischen abgenommene Wäsche auf mich berits gewartet hat.


Che aus der Ferne Ein Blick auf das Gesamte Monument / Mausoleum Die Statue


"Ich war wirklich da!" Und tat mein bestes.

Der Abend ging dann bei Regengeräuschen von draußen auf dem Zimmer mit vielen Gesprächen über Spanien, Deutschland, Gallizien, Sachsen-Anhalt, Sprachen vorüber. Als Abendessen gab es hauptsächlich von Raul mitgebrachte marinierte Pfahlmuscheln aus der Dose, die mir als Mehresfrüchteesser natürlich sehr geschmeckt haben.

Der Sonntag begann nach einer unruhigen Nacht und dem späten Aufstehen mit einem Müslifrühstück. Das wurde dann gefolgt von einem Ein-Mann-Ausflug nach Santa Clara, ohne den noch schlafenden Raul um den Markt "Mercado Sandino" zu besuchen. Es ist interessant zusehen wieviele Menschen sich da auf den Straßen versammeln und um die einheimischen Früchte feilschen.


Auf dem "Mercado Sandino", sonntags mittags


Transportmittel Kubansichr Bauern, Laster und Anhänger für die Feldfrüchte


Ein Reichhaltiges Angebot verschiedenster Speisen findet sich
wie hier auf der Karte zu sehen am Rande des Marktes


Es scheint die gesmate Stadt auf den Beinen zu sein.

Nach dem Marktbesuch habe ich außer der Kirchen-Runde auch einen Abstecher ins Stadtzentrum gemach, um mich mit einem gekühlten Mineralwasser zu erfrischen.


Iglesia del Carmen in Santa Clara


Iglesia Methodista de Santa Clara

Nachmittags ging's dann wieder mit dem Bus zurück ins Wohnheim. Und nach einer kurzen Ausruhphasedann zum nächsten Erlebnis, einem kurz unterbrochenen Besuch bei der Familie eines Arbeitskollegen, José, der noch Ende des Jahres einen einmonatigen Aufenthalt in Magdeburg haben wird. Dabei haben wir uns trotz der Schwierigkeiten (Sprachbarriere) mit meinem wenigen Spanisch, meist Englisch und auch etwas Deutsch über viele Themen wie bspw. Kuba, Deutschland, die Reisen und das Leben unterhalten. Außerdem bin ich dann direkt auch zum nicht ganz typisch kubanischen Abendessen eingeaden worden. Nicht ganz typisch, weil es zum Reis eine sehr große Auswahl an Flesich-Beilagen gab: Hähnchen, Ei, Leber und was ich bis dahin noch nicht kannte, Manangas. Außerdem ist es auf Kuba üblich "Mermelade" als Nachtisch zu essen, was für mich ersteinmal ungewohnt ist, aber in dem Fall, selbstgemachte Mango-Marmelade, sehr lecker war.


Einer unserer regelmäßigen Besucher im Wohnheimzimmer :)

Nach dem erlebnisreichen Wochenende war der Start in die neue Woche eher normal. Ein gut halbstündiger Spaziergang vom Wohnheim direkt zum Messlabor in dem ein Arbeitsplatz ist, hat so gegen 8 Uhr nach dem Duschen und dem Frühstück meinen Tag eingeleutet. An der Uni gab es nicht viel spektakuläres. Zum Glück habe ich mit Rudaevs Hilfe heute meinen Platten am Fahrrad reparieren lassen können und ein wenig mehr an der Diss-Gliederung gefeilt.
Leider hatten wir heute wieder 2 Stromausfälle, sodass ich überlege meinen Laptop mit zur Uni zu nehmen, um in den ungewollten, auch mal stundenlangen, Pausen weiterarbeiten zu können.
Mit dem langsam anklingenden Feierabend hat heute wieder der für mich schon berüchtigte Regen eingesetzt. Und da ich nicht vollkommen durchnässt im Wohnheim, das ja immerhin 2 km entfernt ist, ankommen willankommen will, schreibe ich eben weiter am Blog und der Diss und lese in der Liste der unregelmäßigen spanischen Verben.


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