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Woche 3: Kurzurlaub Los Cayos

veröffentlicht um 10.11.2010, 23:06 von Falko Werner   [ aktualisiert: 19.04.2011, 22:32 ]

10.10.2007 15:18:12

Hallo an alle, die vermisst haben, von mir zu hören.

Mit dem hohen Besuch Raul Castros und seines gesamten Stabes in Santa Clara und vorallem an der Uni begann am Donnerstag die große Evakierung des Hauptcampus der Uni. Alle dortigen Wohnheime mussten, soweit ich es verstanden habe geräumt werden.
Außerdem war es so dass die Gelegenheit von Bauarbeitern auf dem Nebencampus (Camelito) dazu verwendet wurde, die Wasser- und Strominstallationen zu erneuern. Macht ja schließlich einen guten Eindruck, wenn der zweite Cheffe im Staate einen Kurzbesuch plant.
In Santa Clara genau das gleiche Bild. Der Tren blindado (Denkmal zur siegreichen Schlacht Che's um Santa Clara) wird für die Feirlichkeiten um Che's 40. Todestag komplett neu gestrichen. Man will ja schließlich einen guten Eindruck machen, wenn die ganze Welt nach Kuba schaut. Und das macht sie wirklich, denn sogar in der Volksstimme habe ich einen Artikel zu den Feierlichkeiten sehen können.

Wegen eines kleinen Missverständnisses bzgl. der Strom- und Wasserverfügbarkeit (Rudaev meinte, ich solle doch über's Wochenende nach Santa Clara ziehen. Ich wusste doch aber nichts von dem Medienspektakel, das ja hier auch niemand erwähnt hat.) habe ich mich kurzentschlossen für einen Kurzurlaub entschieden, mit Rudaev's Unterstützung einen Skoda Fabia gemietet und Raul, meinen Ex-Zimmerkameraden gefragt, ob er mitkommt zu einem Ausflug zu den Cayos (Sumpfinseln vor der Nordküste). Denn das von Rudaev vorgeschlagene Varadero war mir ehrlichgesagt zu weit weg.

Also ab in den Urlaub.
Raul per SMS informiert und eingesackt, mit einem kurzen Stopp im Wohnheim, um die Sachen zu packen ging es dann gleich nachdem Raul seinen Mietwagenanteil, den er unbedingt gleich loswerden wollte (Sicherheit) den Donnerstagabend (4.10.) los.
Wir sind auch direkt, ohne Probleme über Remedios und Caibarien zur Cayo Santa Maria aufgebrochen. Leider war es breits dunkel und wir haben nicht viel sehen können, aber den ersten Strand auf der Cayo Santa Maria gefunden. Er hat uns nicht besoners zugesagt also ging's weiter.
Schließlch müde haben wir uns dann am Flughafen Las Brujas (die Hexen, kleine Insel vor der Cayo Santa Maria) überlegt die Nacht im Auto zu verbringen. Raul war irgendwie komisch, hatte kein Interesse in Hotels nach dem Preis zu fragen oder gar zu verhandeln, denn das ist ja hier üblich.
Also Nacht im Auto. Ein Erfahrung die man auch mal gemacht haben sollte. Ich wusste ja woraf ich mich eingelassen habe, denn ich habe das als Junge bei der ersten Nacht mit offenen innerdeutschen Grenzen auf dem Weg nach Wolfsburg (14,5h "Fahrt"-Zeit) kennengelernt. Also machte ich es mir bequem und habe eine Stund geschafen, in der Raul mit den Mücken gekämpft hat. Der Beste Schutz, den man gegen Mücken haben kann, ist jemand anderes mitzunehmen, den die Mücken lieber mögen, stimmts Stephanie? ;)
Nach der ersten Stunde Schlaf sind wir dann von der örtlichen Polizeistreife darauf hingewiesen worden, dass es nicht gern gesehen wird, wenn hier jmd. im Auto übernchtet, also hieß es dann nach ner guten Studen Personailenkontrolle und unzähligen Telefonaten des verantwortlichen Polzisten (die nehmen sich in so einem Fall auch wirklich unendlich viel Zeit) auf Richtung Caibarien, nochmal durch die Mautstelle, morgen nochmal Maut zahlen und vor der Mautstelle im Auto nächtigen. Kein Problem, aber nervig. Das ging soweit ganz gut, außer dass Raul wieder nicht schlafen konnte und ständig das Auto und die Klimaanlage ein- und ausgeschaltet hat. Aber man gewöhnt sich daran.

Der nächste Tag brachte das unglaublichste Karibikwetter, auf das man hoffen konnte, strahlendblauer Himmel, gleißende Sonne und somit ging'S dann endlich mal an den Strand. Die Suche war auch recht kurz, denn wir haben uns für den Hotelstrand des Villas Las Brujas entschieden, das hat zwar 4 CUC (ca. 3,50€) gekostet, dafür gab es aber Strandliegen, Rettungsschwimmer, gepflegetn Strand, nen Frei-Hamburger und ein Feigetränk. Der Tag war unglaublich schön, man fühlte sich einfach mal wie ein Urlauber. Zeit zum Strandspaziergang, fotografieren, schwimmen, schnorcheln (Raul hatte Flossen, Brille und Schnorchel mitgebracht und ich konnte sie auch mit nutzen, dankeschön Raul) und die Seele baumeln lassen. Einfach klasse.
Dann das Gewitter, Raul meinte auf einmal, er wolle gleich wieder Richtung Santa Clara uafbrchen, er haben kein Geld für den Urlaub und will seine Mama danach nicht fragen müssen. Sein Kubajahr ist geldlich ausgeplant und er kann es sich nicht leisten. Selbst mein Angebot die Übernachtungen dann für beide zu übernehmen und die nächsten Tage auf der Cayo Coco zu verbringen wo es mit Sicherheit eine günstige Übernachtungsmöglichkeit gibt (Reiseführerinfos) hat er dankend ausgeschlagen. Er fühle sich dabei nicht wohl. Also nach langer Diskussion, denn schließlich habe ich das Auto gemietet und nicht er, ihm vor der Abfahrt Bescheid gesagt, was ich vorhabe und gefragt, ob er mitkommt; ging s dan nanch Rauls Wünschen zurück. Im Auto ging die Diskussion dann weiter. 2 Stunden Fahrt können eine ewig lange Zeit werden. Schließlich im Wohnheim angekommen, in dem es entgegen Rudaevas Voraussagen doch Wasser und Strom gab, hat Raul unter ständigem nörgeln und schimpfen unter der Gürtellinie und in spansich, damit ich es eben nicht verstehe (denkste!), alle seine Sachen gepackt. Wie hab' ich mich gefreut ihn in Sta. Clara rauszuschmeißen. Ganz freundlich verabschiedet natürlich. Und dann mit ein paar Umwegen in Santa Clara ging es dan zurück ins Wohnheim. Ich habe mich ein wenig gewundet, warum auf der Straße aus dr Stadt und an der Uni so große Sicheheitskontrollen waren, mir dabei aber nichts gedacht, sondern unbefangen wie ich bin im Wohnheim übernachtet. Juhu, endlich habe ich mein Einzelzimmer! (Raul stidier in der nächsten Zeti sowieso in Manacas und kommt deswegen nuch zum WE zurück und da bleibt er in Santa Clara, zum Glück!)


Die Nacht am Strand? Playa Perla Blanca, Mücken an gro.


Nette Strandbar, nur leider kein Barkeeper, denn der schnarcht drinne.


Der zweite Anlauf zum Baden, nach der Nacht im Auto.


Wenn ich das nicht Karibik nennen darf, dann weiß ich auch nicht.


Palmen am Stand, die besten Schattenspender überhaupt.


Krabbelkrabben, niedlich und ungefährlich.


Was war das für ein Tier?

Am Samstag ging es dann nach meinen Plänen morgens im Frühnebel auf zur Cayo Coco. Den ersten Teil des Weges kannte ich ja vom Vortag schon und habe ide Möglichkeit genutzt in Remedios zu tanken, Frühstück auf nem Volksfest zu essen und gleich noch Geld für die nächsten Tage umzutauschen. Ein schöner Start in den Tag. Und zudem konnte ich gleich noch ein paar schicke kubanische Schlappen erstehen, die mir schon häufiger ins Auge gestochen sind.
Dann ging's ab zur Cayo Coco. Um sicher zu gehen, dass ich auch den richtigen Weg nehme, habe ich als Alleinfahrer gleich ein paar mal das Auto mit Kubanern voll gemacht, die hierzulande eben entweder mit den völlig überfüllten öffentlichen Überlandbussen, teuren Touristenbussen oder wie sonst üblich per Anhalter (als "botella", zu deutsch Flasche) mitgenommen werden. Die Anhalter konnte ich dann meist verständlich nach dem Weg fragen und außerdem so mein spanisch üben.
Nach gut 4 Stunden Fahrt, mehr als 20 Anhaltern, die meinst in Rudeln auftauchen und an Tramperpunkten stehen, an denen die Reihenfolge durch Wachpersonal sichergestellt wird, bin ich zusammen mit José, Elektriker im Blau genau in seinem Hotel angekommen, das sich mitten auf der Cayo Coco befindet. Nach einem netten Abschied und der Information das ein Zimmer pro Nacht 115€ kostet und vielleicht am Nachmittag ggf. frei werden könnte, ging dann die Suche nach einem Zimmer und der Möglichkeit zu Surfen durch ein paar andere Hotels und Hotelstrände mit unzählgen Pauschaltouristen, wie ich es die letzten Jahre ja selbst einer war, ins vom Reiseführer erwähnte Sitio La Güira. Diese Herberge war wahrscheinlich die erste Übernachtungsmöglichkeit die vor unzähligen Jahren auf der Cayo Coco eingerichtet wurde. Urgemütlch, nettes Personal und übernachten wie vor 200 Jahren in Holzhüttchen mit Schilfbedachung.
Schließlich eine günstige und gemütliche Unerkunft gefunden, war ich sicher, dass ich mir noch ein wenig mehr von de rInsel ansehen wollte. Kurz im Reiseführer geblättert und ab ging'S zur kleinen Schwesterinsel Cayo Guillermo mit dem schönsten Strand Kubas, dem Playa Pilar, benannt nach dem Schiff Hemingways, dem großen Kubakenner und Schriftsteller.
Leider war zu dem Zeitpunkt das Wetter nicht ganz so toll, was die Sonnt anbetrifft, aber das Wasser galsklar, sehr warm und wunderschöne Aussichten sowie tolle Eindrück von der Natur Kubas.
Vom Abend und der Nacht weiß ich zwar noch alles, mache es aber kurz. Zurück im sitio hab ich kurz geduscht, einen leckeren Hummer (mein erster, nur 12€, europäisch: gegrillt sowie kubanisch mit Marinade) gegessen und stilecht Mojitos getrunken, mit dem Koch, seinem Freund und dem Wachmann erzählt (spanisch üben!) und dann ging's in die Urlauber- und Arbeiterdisko im Viazul, tanzen, trinken, baggern, quatschen, kotzen und von der Polizei zurück ins Hotel gebracht werden.


Der Neustart, allein in den Nebel.


Zwischenstopp beim Volksfest in Remedios.


Auf dem Weg zur Cayo Coco


Für die Touris, Wildfleisch am Straßenrand


Surfen? Fehlanzeige, schlechtes Wetter: Pah! ne tolle 6er Windstärke!


Die Maria, immer für einen Scherz zu haben. Den Besuch im Sitio La Güira wert.


Mein Bett im "Eingeborenenschuppen". War echt schön.


Die Dusche, Der Duschkopf ist das Rohr oben ;)


Cayos, die vorgeklagerten Mangroveninseln


Leo, der Koch, mit meinem ersten Hummer.


Tanzen aus Spanisch: bailar

Der Sonntag hat mit einem kleinen Hangover begonnen, aber nach ausreichend Wassser, einem leckeren Omlett und etwas Ruhe ging's dann schnnell wieder. So ist das halt mit den Nebenwirkungen des kubanischen Rums.
Schließlich bin ich dann mit Leo, dem Koch aufgebrochen, dem Sicherheitspersonal in der nahgelegenen Cueva Jabali (Wildschweinhöhle) sein Mittag zu bringen und die Chance zu nutzen die vortags abgeschlosssene Höhle, die meiner Meinung nach in "Fledermaushöhle" (cueva morcielagense) umgetauft werden müsste zu besichtigen.
Nadanch hatte mir Leo versprochen eine Surfgelegenheit zu organisieren, er kenne da jemanden im Hotel Tryp (Schwesterhotel zum BLAU, ehemals das selbe Hotel, jetzt noch immer Personalrotation, 1 Nacht zu 95€). Aber nix wars, haben dann ein paar seiner Freunde im Servicebereich besucht, den Surflehrer German gefunden, das Surfmaterial begutachtet und für unbrauchbar erklärt.
Damit hatte sich meine Entscheidung den Rst des Tages zur Rückfahrt zu nutzen gefestigt und ich habe Leo im Sitio abgesetzt, Die Putzfrau als Anhalter nach Moron mitgenommen und bin so in mein Beinaheunglück gestolpert.
Die Putzfrau, die hier unbenannt bleibt, hat die Mitfahrgelegenheit und meine Ortsunwissenehit bei einsetzendem Regenguß genutzt, um vor der Ahustür ebgesetzt zu werden, und mich die Straße zum nächsten Ort geradeaus weitergeschickt, die an der stelle schon ein gut 10cm tiefer Bach und keine Straße im herkömmlichen Sinne war. Da hat der Fabia auch noch geradeso mitgespielt, doch die Straße hatte ein Gefälle in Fahrtrichtung sodass das Wasser ums Auto immer tiefer wurde und mein Herz anfing immer höher zu schlagen, bis ich es gut im Hals fühlen konnte. "Einfach weiterfahren, nicht sethenbeleiben, wenn du jetzt stehenbelibst, ist es aus und du kommst hier nicht mehr weg.", habe ich zu mir gesagt. und die Straße war noch nicht zu ende, doch dann eine Anhöhe, eine Kurve, sollte es das Ende Reißenden-Fluss-Straße sein? Ja. Die letzten Meter. Und dann, ich sehe am Straßenrand noch ein paar Jungen, die letzten knietief, aber die ersten hüfttief durch's Wasser waten, als ich ein tiefe Delle in der 'Straße bemerkte, sich das Auto immer langsamer durch die Wassermassen kämpfte, die Räder langsam durchdrehten. Ich hatte für den Bruchteiel einer Sekunde das Gefühl, das Auto schwimmt. Und dann, das rettende Ufer. Der Motor hört sich garnicht gut an, "schön weiterfahren", hochtourig und nicht stehenbleiben. Tanken muss ich auch noch, aber erst in ein paarhundert Kilometern, ds ist gut. Ich halte nicht an um Tramper mitzunehmen sodern fahre nach Gefühl (GPS, aufgezeichnete Strecke) und Karte.
Es gießt noch desöfteren auf dem Weg aus Kannen und Eimern, die "Bundes-"Straße wird gelegentlich von einem Bach aus Regenwasser überquert, was mich nur noch selten stöhrt. Der Motor hört sich aber trotzdem komisch an und er hat auch immer wieder ein paar Aussetzer. "Hoffentlich schaff ich es noch bis Santa Clara." In Carbarin ringe ich mich durch anzuhalten und zu tanken, die Leute von der Tanlkstelle und dem Imbis kenne ich schon von den Vortagen. Alles geht soweit gut. Auch das provisoeriscgh mit 2 Schrauben befestigte Nummernschild ist noch am Auto, auch wenn es fast gen Himmel zeigt ;).
Es fängt an langsam dunkel zu werden. Dummerweise müsste ich das Auto bis um 5 in Santa Clara abgegeben haben, um nicht für einen weiteren Tag zahlen zu müssen. Es ist bereits 5. Egal, ich bin auf Kuba!
Weiter nach Santa Clara, ein kurzer Zwischenstopp im Camelito (Wohnheim), um die Sachen auszuladen und halb 7 angekommen, muss ich jetzt noch die Autovermietung finden. Ein netter englischsprechender Jugentlicher bringt mich dann beim dritten Frageanlauf endlich sogar direkt zur Vermietung. Keiner Da, wie erwartet. Also den Wachman angestachelt den "Besitzer" anzurufen mit der festen Meinung "mir wurde gesagt, ich kann das Auto bis um 7 hier abgeben." Der Verantwortliche kommt nach 5 min. Telefonat und 10 min. Anfahrt auch wirklich. Sehr freundlich ;).
Fix bezahlen und dann ab zurück ins Wohnheim, ein wenig lesen und schalfengehen, von dem schönen Wochenende träumen. Denkste!
Es fährt kein Bus! Sind ja eh keine Studenten in der Uni, evakuiert wegen Raul. Also sthet ein 10km-Fußmarsch an. Zum Glück kenne ich erstens den Weg und zweitens spielt das Wetter mit.
Fertig, aber glücklch erreiche ich nach 1 1/2 Stunden mein Wohnheim-Einzelzimmer, "dusche" noch aus dem Eimer, denn Leitungswasser gibt's im Momant nicht, höre noch ein wenig Musik, schaue mir die Bilder an und falle sellig in mein Bett.


Ja, das ist eine echte Fledermaus!


Der zweitschönste Strand der Cayo Coco.


German, der Surflehrer und ich, der Germane ;)


So sieht ein Nummernschild aus, wenn man durch mind. 60cm tiefes wasser gefahren ist.


Zwischenstand beim Fabia nach dem letztn Tanken: 975 km.


Home sweet home, Sata Clara in Sicht!

Soviel für heute, Vielen Dank für die Aufmrksamkeit und die vielen Zuschriften, Macht weiter so Leute!


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