Im September bis Dezember 2007 habe ich als Austauschforscher der Logistiker von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg einen Forschungsaufenthalt auf Kuba erleben dürfen. Dabei habe ich viele interessante Erfahrungen sammeln können, Land und Leute ein wenig kennen lernen dürfen und ein wenig vom Alltagsleben im Karibikinselstaat, einem der letzten sozialistischen Staaten, gesehen. An diese Zeit habe ich ebenso wie an meinen anderen früheren Langzeitauslandsaufenthalt viele schöne Erinnerungen. Danke an alle, die dies möglich gemacht haben! Für alle, die Lust haben, weniger zu lesen und die Zeit auf Kuba durch Bilder zu erleben, findet sich eine Bildergalerie auf der Galerie-Seite. Geplant war immer wieder, die Beiträge für die letzten Wochen und auch den Havannaaufenthalt noch zu vervollständigen. Doch bis jetzt bin ich dazu leider nicht gekommen. Deshalb gehe ich davon aus, dass ich das mglw. nicht mehr abschließe. Kommt Zeit, kommt Rat. | |
veröffentlicht um 10.11.2010 23:12 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:20 wurde aktualisiert.
]
19.11.2007 18:54:02Viele Sprachen haben noch nie geschadet, außer man spricht sie nicht. Falko Werner 08.11.2007 18:44:40 Liebe minigruesse aus LaHabana
Ich habe eine tolle Woche hier verlebt und jetzt kurz vor dem Ende
noch einmal kurz Zeit gefunden, mich zu melden. Mir geht es immer noch
gut und ich habe sehr viel schönes hier gesehen und erlebt. Wenn ich
wieder in Santa Clara bin muss ich mir Zeit nehmen alles festzuhalten.
Bis dahin Liebe Grüße
Falko 21.11.2007 19:19:34
 Playa Pilar, Kuba, 05.10.2007
Dieser Handstand entstand am Sandstrand und zwar im Ausland unweit der Hauswand.
Ein schöner Urlaubsort. Das trifft kein Dichterwort. War wirklich heiß dort, Aber kein Selbstmord.
Und nu is' Aus-die-Maus. Ich bin bereits zuHaus. Und denk' mir neues aus. Erst dann geht's wieder raus.
Falko, 11.10.07
P.S. Über den Zufallsreim mit dem Tapetenleim kam ich auf's Kinderheim. Das war der Dichterkeim.
P.P.S. Nee 's war der Handstand. Ich stand am Sandstrand im fernen Urlaubsland unweit der Hauswand.
|
veröffentlicht um 10.11.2010 23:11 von Falko Werner
02.11.2007 11:15:46Heute gibt es seit ein paar Tagen wieder
einen neuen Eintrag. Ich habe mich dazu durchgerungen meine Arbeit mal
wieder etwas intensiver anzugehen als in den ersten Wochen. So erklärt
sich natürlich auch die etwas größere Zeitspanne zwischen den Einträgen.
Ich hoffe das Ist zu verkraften, denn in der nächsten Woche wird das
nicht besser, aber dazu später noch ein wenig mehr. Die letze Zeit
habe ich mit verschiedenen mehr oder weniger spannenden Tätigkeiten
verbracht, aber trotzdem gab es natürtlich wie immer ein paar
HighLights. Mit der Teilnahme an der MAS XXI-Konferenz vom 22.-26.10.
in Santa Clara, die in Kooperation zwischen der UCLV und der
Autoneomen Uni in Barcelona als Umweltkonferenz durchgeführt worden ist,
habe ich viele neue Eindrücke und natürlich auch zahlreiche neu
Vokabeln gelernt ;) Neben der Konferenz wurden auch einige
interessante Abend- und Ausflugsveranstaltungen geboten, die für den
Austausch zwischen den kubansichen, mexikanischen, dominikanischen und
dem deutschen Teilnehmer natürlich neben dem fachlichen auch persönlich
förderlich waren. Sehr interessant war die freitägliche Öko-Exkusrion
ins nahegelegene Hanabanilla, eine Gegend in den Escambray-Bergen mit
einem wunderschönen Stausee und vielen naturbelassenen Wasserfällen an
den zugewucherten Berghängen. An einem der tollen Wasserfälle haben wir
dann als mehrstündige Badepause bei einem Bootsausflug vom Hotel am
Rande des Stausees aus 2 sehr schöne Stunden verbringen können. Das
darauffolgende Wochenende stand hauptsächlch im Zeichen des nachholens
der auf Grund der Konferenzteilnahme verschobenen Arbeiten. Außerdem bin
ich ein wenig gelaufen, um den Kopf vom alltäglichen freizubekommen.
Dabei habe ich erstens mal wider gut 20km geschafft, zweitens einen
Freizeit und Vergnügungspark (Arco Iris) gefunden und bei meinem
Zwischenstopp in Santa Clara mal wieder lecker Hummer gegessen sowie mit
4 Chinesen Kugel-Halma gespielt, bevor ich dann zufuß zurück zur Uni
aufgebrochen bin. In der neuen Abeitswoche habe ich anfangs viel
vom Tropensturm Noel gehört und bin jetzt ganz glücklich nicht da ins
Zentrum hineingezogen worden zu sein. Mittlerweile ist Noel, der dan
doch 121km/h-Windgeschwindigkeiten erreicht hat, sogar zum Huricane
hochgestuft worden. Besonders wenn ich mir die Zeitungberichte hier und
im Internet so anschaue und lese dass es sogar zahlreiche Tote in Kuba
und auf den Bahamas gegeben haben soll, kann ich mit dem
Dauernieselregen, den wir hier zum Glück nur hatten, ganz gut leben. Diese
Woche stand für mich vorallem im Zeichen der Hoffnung: Hoffnung darauf
zu erfahren wo in der nächsten Woche die LogMark2007-Konferenz (Logistik
und Marketing Konferenz) in Havanna stattfindet. Da ich heute, auf dem
letzten möglichen Weg, telefonisch erfahren habe, dass die
LogMark-Konferenz im Transportministerum stattfindet, werde ich jetzt
die Planung für meinen Personentransport beginnen und die nächste Woche
dann in Havanna verbringen. Also der nächste Bericht kommt dann aus Havanna oder spätestens wenn ich wieder aus Havanna zurück bin. Hasta luego. |
veröffentlicht um 10.11.2010 23:10 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:20 wurde aktualisiert.
]
23.10.2007 22:11:46
Heute, Dienstag der 23.10.2007.
Alles Gute zum Geburtstag Stephanie!
Das Wochenende war so schön, die ganze Zeit Strom und vorallem
Wasser, aber davon ist im Camelito nicht viel zu sehen. Schon nach der
Ankunft am gestrigen Montag, ich hatte zum Glück noch meinen Duscheimer
vor der Abreise nach Trinidad ausreichend gefüllt, bekam ich kein
Wasser. Das fehlende Wasser macht es mit so vielen Kleinigkeiten so
unangenehm im Wohnheim. Ohne Wasserreserven in 2 Eimern (cubos)
zum Toilette spülen und vor allem Waschen wäre ich ziemlich oft
aufgeschmissen. Vor allem bei längerer Wasserabwesenheit wenn die
Reserven erschöpft sind bekommt man zu spüren, dass Kuba doch nicht so
weit entwickelt ist, wie man sonst häufig annehmen würde.
Nun gut, frisch gewaschen statt frisch geduscht, habe ich mich auf
dem Weg zur Uni gemacht. Mit einem kleinen Zwischnstopp bei der
Spanischprofessorin bin ich dann zur Faculdad Ingenría Mecanica, wo viele Mitarbeiter wartend vor dem Sekretariat standen und per Bus zum heute beginnenden evento MasXXI (Medio Ambiente Siglo XXI - Umwelt im 21. Jhd.) gefahren zu werden.
Die Startvorträge zur Konferenz waren alles-in-allem trotz meiner
geringen Spanischkenntnisse relativ gut verständlich. Der Vortrag des
Spanischen Abgesandten der Universität Barcelona war aus mehrerlei
Hinsicht interessant, der Festland-spanisch castellanische Dialekt mit
den kubauntüpischen th-Lauten und vor allem inhaltlich mit der
Vorstellung von für Europa sinnvollen und nützlichen CO2 und
Energie-spar-Lösungen im privaten und öffentlichen Nahverkehr. Die
Einführung von Car-Pooling, Mitfahrern, Fahrradnutzung und öffentlichem
Nahverkehr mit energiesparenden Bussen hat bei vielen Kubanern eher für
Belustigung gesorgt, und ich mit meiner einmonatigen Kuba-Erfahrung habe
insgeheim die Einführung von Fahrradtaxis in Europa als
Enegrieparlösung vorgeschlagen, da diese meiner Meinung nach vor allem
innerorts das Straßenbild in Kuba mit prägen.
Ein kleiner Exkurs zum Straßenbild auf Kuba: Auf
Kubas Straßen ist alles unterwegs was irgendwie rollen kann und in der
Lage ist, möglichst viele Personen von A nach B zu transportieren. Dazu
komme ich später noch einmal zurück. Was Gehört alles zu den
Verkehrsmitteln auf Kubas Straßen, könnte man sich jetzt fragen, um es
sich besser vorstellen zu können. Beispiele für Kubas
Straßenverkehrsteilnehmer sind u.a. Pferdekutschen, Fahrradtaxis,
verschiedenste Old-, Middle- und Joungtimer aus aller Welt und aus allen
Jahrzehnten der Autoproduktion, LKW mit und ohne Aufsätzen zur
Personenbeförderung, steinalte und ganz alte Busse, die ständig den
offiziellen öffentlichen Bus-Nahverkehr unterstützen, die urbanos omnibusos
mit Fahrer und teilweise in den Stoßzeiten auch einer Art Schaffner
aber auch die klimatisierten Überlandbusse von Astro oder gelegentlich
der eine oder andere Touristenbus, Motorräder, Mofas, motorisierte
Fahrräder, normale Fahrräder, Schubkarren aber auch immer und überall
zahlreiche Fußgänger. Die größten Luftverschmutzer dabei sind die alten
LKW aus russischer und andrer fremder Produktion.
Nach der Auftaktveranstaltung im Tagungshotel und dem Mittagessen
blieb noch einige Zeit zum Austausch mit anderen Teilnehmer, wie bspw.
Edmundo aus der Dominikanischen Republik. Schließlich mussten wir einige
Stunden warten und ich hab dann doch den Bus zurück zur Uni verpasst
und einen unbeschreiblich abenteuerlichen Rückweg über Santa Clara
bekommen. Angefangen damit, dass das Tagungshotel außerhalb Santa Claras
liegt und ich erstmals mit einer kubanischen Pferdekutsche gefahren
bin, habe ich nach dem Einkauf von Getränken den Rückweg aus Santa Clara
antreten wollen. Die Zeit hätte locker noch gereicht, um mit dem Zug
zur Uni zu fahren und noch ein Weilchen zu arbeiten, bevor ich ggf. an
der Abendveranstaltung mit teilgenommen haben könnte, aber se sollte nun
mal anders kommen. Am Bahnhof angekommen, den Zug gefunden aber von
einer Lok nichts zu sehen, habe ich Kuba-üblich angefangen zu warten und
mich nach gut einer halben Stunde dazu durch gerungen doch nicht die
Bahn sondern den Bus zu nutzen, um doch noch zumindest zur Abfahrt zur
Abendveranstaltung pünktlich zu kommen. Aber auch das sollte noch in
Nachspiel haben. Also auf zum Busbahnhof, schnell noch ein paar Muttern
zur Befestigung meines tollen Hinterrades besorgt und ein Eis auf die
Hand mitgenommen. Ich konnte mein Glück fast nicht fassen, der Bus war
da, die Leute fast all eingestiegen und es war nur so voll, dass alle
Stzplätze und ein paar Stehplätze belegt waren. Also flink eingestiegen
und ab zur Uni. Denkste! Nix mit zur Uni, denn der Bus hatte einen
Reifenplatzer und damit war das Problem da, gut 100 Leute, die in
Richtung Uni unterwegs sind und kein Bus. Offiziell darf ich als
Ausländer nicht trampen und bis der nächste oder ein Ersatzbus fährt
vergeht eine Stunde, also erstmal zufuß weiter, bis zur Tramperstation,
an der auch glatt nach ner 4-tel Sunde ein Privatbus anhält, in dm ich
mitfahren kann, wenn auch für den 5-fachen Preis des bereits bezahlten
Omnibusses. Kurz auf ie Uhr geschaut: "Mensch, da schaffe ich es gerade
noch zur Abfahrt des Busses." Aber auch hier, nix wars. Der Busfahrer
blieb auf halber Strecke stehen, alle sollen aussteigen und damit hieß
es dann zur Uni Laufen. Nach gut einer Stunde angekommen, war ich allein
in der Fakultät, also, was blieb mir übrig als weiter zu arbeiten, was
ich ja eh vorhatte. Bis halb 8 ging das so und ich bin danach noch in
Wohnheim, habe glücklicherweise Wasser gehabt und konnte mein Wäsche
waschen. Muttern für das Hinterrad aus Santa Clara hatte ich, also
ging's weiter mit meiner Fahrradreparatur und da ich nichts weiter zu
tun hatte, wollte ich mich dann duschen, schließlich haben wir ja
Wasser. Pustekuchen, gerade als ich mich eingeseift habe, war kein
Wasser mehr in Sicht. Schwein gehabt, dass ich noch ein wenig Wasser im
frisch ausgewaschenen Duscheimer aufbewahrt habe. Ohne Wasser und
nichts weiter im Wohnheim zu tun, hab ich mich dazu entschlossen die
Seiten hier zu schreiben, mein Fahrrad läuft ja schließlich auch wieder
wie geschmiert.
Nun wird's aber Zeit für mich zu gehen, die Augen fallen immer wieder
zu und ich habe noch gut 2 km zurück in Wohnheim. bis demnächst wider,
Falko (23.10.2007 23:31:21)
23.10.2007 21:33:41
Seit dem letzten Eintrag ist so vieles passiert, das ich gern
schreiben würde, dass daraus mit Sicherheit auch ein Roman werden
könnte. Da ich zum schreiben und du zum lesen sicher nicht die Zeit hast
hier die Kurzform und ein paar schöne Bilder folgen wie üblich sicher
auch bald.
Das letzte Wochenende in Trinidad
Am Freitag Nachmittag ging es mit Rudaev, der sich zwecks
Ortskundigkeit um die Unterkünfte und wegen Autobesitzes um die Fahrt
gekümmert hat, auf nach Trinidad. Die Stadt ist die laut Reiseführer
schönste Stadt Kubas mit hunderten relativ gut erhaltenen
Kolonialzeitbauten, was durch die UNESCO-Welterbeplakette am Plaza Mayor
natürlich auch unterstrichen wird. Aus eigener Erfahrung kann ich
sagen, die Stadt an sich ist sehr schön, man kann dort viele Stunden mit
Spaziergängen an den Fassaden der erwähnten Kolonialzeitbauten entlang
verbringen, Museen mit verschiedenen Ausrichtungen besuchen oder lange
Spaziergänge durch die Berge machen. Ich selbst habe mich soweit erst
einmal an den Reiseführer gehalten und die Innenstadt zufuß erkundet,
dabei die für mich interessantesten Sehenwürdigkeiten besucht. Das waren
die Kirchen, die Museen und die Gipfel der nächstgelegenen Berge bzw.
Hügel, von denen aus man einen wunderschönen weiten Blick über die
Stadt, hin zum Karibischen Meer hat.
Das verlängerte Wochenende über habe ich in einer privaten casa particular
von befreundeten Casabesitzern Rudaevs ganz in der Nähe des Plaza Mayor
gewohnt. Schon das Haus an sich war fast ein Museum, Möbel, Uhren,
Bücher, Kinderwagen, Spiegel im Eingangs- und Wohnbereich der casa
stammten aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Mein Zimmer war sehr
angenehm eingerichtet. Ich hatte 2 große Betten, 2 Schränke und ein
eigenes Bad zur Verfügung. Man hätte also gut zudritt oder sogar zu
viert hier wohnen können.
Gegessen habe ich an verschiedenen Orten in der Stadt, vom kubanischen Frühstück in der casa
über unterschiedliche Restaurants und natürlich habe ich mich auch
hinreißen lassen in Trinidad die typisch kubanischen Käsepizzen zu
probieren, wobei ich sagen muss, die Santa Clar'inischen Pizzen
schmecken mir persönlich besser. Außerdem bin ich ja schon seit Jahren
Safttrinker, also habe ich die Chance genutzt mal wieder den leckeren
Guavensaft zu probieren. Da ich noch eine leere Falsche dabei hatte,
habe ich natürlich auch gleich noch welchen mitgenommen, was dazu
geführt hat, von der Casabesitzerin darauf angesprochen worden zu sein
und die nächsten beiden Tage morgens statt Orangensaft selbstgemachten
Guavensaft zum Ei- und Obstfrühstück zu bekommen.
Ausflüge am Wochenende in die Umgebung Trinidads gab es nicht viele,
da Rudaev das Wochenende eingeplant hatte, bei anderen Freunden
Automechaniker zu spielen. Damit war er bis zum Sonntagnachmittag
auch ausgelastet. Aber die restliche freie Zeit haben wir gemeinsam mit
Rudys Freunden dann am Ancón-Strand in dr Nähe von Trinidad verbracht,
an dem ich nach einer ausgiebigen Schwimm- und Joggingrunde zum
Sonnenuntergang ein paar bezaubernde Bilder "schießen" konnte.
Die Rückfahrt am Montagmorgen war weniger spektakulär als die
Hinfahrt, denn schließlich hatte ich dabei meinen Pass dabei und nicht
im Zimmer liegengelassen, sodass wir die halbe Strecke wieder
zurückfahren mussten. Mit dem Sonnenaufgang und der Autofahrt hatte ich
ein wenig zu kämpfen, sodass nicht so viele schöne Bilder entstanden
sind, wie ich Landschafts-Motive zur Verfügung hatte.
Also ich kann sagen, Trinidad ist einen Besuch wert. Neben der
architektonischen Seite, bereits erwähnt, spielt sich das Nachtleben der
kleinen Stadt hauptsächlich in der näheren Umgebung der Plaza Mayor in
den Casas de la trova und de la Musica ab. Hätte es am Sonntag keine
Wahlen in Kuba gegeben, dann müsste am Samstag auch nicht schon zur
Mitternachtsstunde die Musik abgestellt werden. Leider mussten die
Kubaner am Sonntag wählen und haben mit Erfolg die bestehende Regierung
wiedergewählt. Halt Regierung, wiedergewählt? Das stand doch außer Frage
im offziell Einparteinstaat. Da das Ergebnis, die Wahl an sich und
natürlich auch der getriebene Aufwand erheblich (wichtig) waren, ist die
Wahl natürlich als Standardprogramm den ganzen Sonntag über auf allen
Kanälen gesendet worden, damit auch jeder Kubaner erstens über die Wahl
informiert ist, zweitens weiß, was er wählen muss und drittens weil ja
nichts interessantes im Fernsehen gezeigt wird auch zur Wahl geht, um
mal rauszukommen und nicht vor der Glotze fest zuhängen.
|
veröffentlicht um 10.11.2010 23:08 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:20 wurde aktualisiert.
]
17.10.2007 23:00:43
Auch heute hatte ich wieder einen extrem spannenden,
naja zumindest interessanten Tag. Angefangen hat er mit einen mal
abwechslungsreichen Frühstück: Brötchen und Mango-Marmelade. Jeden Tag
mit Müsli zu starten ist irgendwann auch langweilig. Dann ging es damit
weiter, dass ichmir ja gestern mal wieder ein plattes Hinterrad
eingefangen habe, also hieß es Hinterrad ausbauen und mit dem
ausgebauten Hinterrad zur Uni laufen und dann gleich mal flink in die
Flickwerkstatt. Davon gibt es zu Glück auch in der Uni eine, aber
Poncheras, wie sie heißen gibt es in Kuba wie Sand am Meer. Ihr wisst
schon wie ich das meine. Außerdem ist daraus mit Sicherheit zu
schließen, dass es bei weitem nicht nur mir mit den Platen so geht
sondern vielen, vielen Kubanern auch.

Ein Frosch, der es sich statt des ausgebauten Hinterrads bequem gemacht hat
Aber das waren nicht die spannensten Erfahrungen von
heute, denn neben dem Ausbau der einen von beiden Klimaanlagen im
Labor, die für das umziehende Rechnerlabor verwendet werden soll, fand
heute auch ein Gedenkmarsch der Studenten in die Stadt an. Aber eines
nach dem anderen. Rudaev hat bereits vor einigen Wochen angekündigt,
dass er sicher eine der beiden "Kühlmaschinen" hier ausbauen wird, und
ich, frech wie ich manchmal bin, habe gefragt, ob das noch passiert
während ich hier in Kuba bin, oder ob ich damit nicht rechnen brauch.
Scheinbar war das ein weiterer Anreiz, flink mit dem Umbau
voranzukommen. Also nix kompliziertes, einfach die Klimanalage vom Strom
abklemmen und aus der Wand ziehen, 2 Etagen nach oben tragen und ins
bereits vorbereitete Gestell gesetzt. Denkste, das Ding ist nämlich
ziemlich unhandlich und es sollten schon 2-3 Leute mit anfassen, die
auch fast immer gleich zur Stelle waren. Nachdem auch das geschafft war,
hieß es noch das Hinterrad abholen und weiterarbeiten.

Rudaev beim Klimanlagen-Ausbauen

Ariel und Rudaev beim tagen, gut, dass ich fotografieren muss :)
Dabei hätte ich fast den Gedenkmarsch, der 16Uhr
starten sollte verpasst. Aber mit kubanischer Ruhe bin ich 3/4 5 dann
langsam losgegangen, da ich mir gedacht habe, vor halb 5 geht's eh'
nicht los und die 4-tel Stunde hole ich doch locker auf. Gedacht, getan.
Das schöne an der Sache war, es sind mir auch gleich noch ein paar
Kollegen aus der FIM (Faculdad Ingenería Mecaníca) über den
sprichwörtlichen Weg gelaufen und ich habe gleich wieder eine Chance
gehabt einiges über Kuba und Santa Clara zu lernen, während ich dabei
auch noch Spanisch geübt habe. Wir haben uns bis halb 8 dann vorm Teatro
de Caridad (Theater der Wohltätigkeit) unterhalten und dann sollten die
Busse zurück in die Uni fahren. Also bin ich aufgebrochen um mir einen
Platz zu schrn. Aber wie das bei hunderten Studenten so ist, da waren zu
viele (einheimische) flinker als ich und ich hab' mich dann bei den
Warteschlangen nicht anstellen wollen, sondern mich dazu entschlossen,
gemütlich in der Stadt zu essen und mich danach auf den Heimweg zu
machen. Aber auch daraus ist nichts geworden. Diesmal aber nicht wegen
überfüllter Busse, sondern wegen der Theater-, Tanz-, Musik- also
allgemein Kunstaufführung der Sana Claranier(innen) im Gedenken an Ché.
Eine sehr gelungene, wenn auch an einigen Stellen merklich improvisierte
Veranstaltung. Man muss aber staunen, was die Kubaner mit ihren Mittlen
(ein paar Bühnenscheinwerfer, ein Beamer, ein DVD-Player, ein paar
Boxen und viele Rollen Klebeband) so auf die Beine stellen. Das
Klebeband war übrigens dazu da die Fugen der Aufführungsfläche zu
überkleben, damit die Tänzer einen möglichst ebenen Untergrund hatten.

Ariel beim Gedenkmarsch

Viieeele Studenten beim überqueren der Bahnlinie

Feiern im Park, bis in die Nacht

Tanzen, vor der Aufführung der lokalen Kunstgruppen

Die Leinwand

Eine Sängerin aus Santa Clara

Eine der vielen Tanzgruppen

Standing Ovations für das gesamte Ensemble
Alles in Allem ein sehr angenehmer, gelungener
Abend. Sogar die Rückfahrt hat problemlos geklappt, dann als ich am
Busterminal angekommen bin, hat der Bus schon gewartet, Sitzplätze waren
auch noch ein paar frei und so bin ich doch mal in die Uni und habe
mir noch die Zeit genommen, den Text zu schreiben und die Bilder zu
kopieren, um dann morgen hoffentlich wieder mit Internet beides online
zu stellen.
Jetzt geht es eigentlich auch nur noch mit dem
Hinterrad in der Hand zurück ins Wohnheim, wo hoffentlich anders ale
heute morgen wieder Wasser fließt und danach ab in die Falle.
17.10.2007 15:59:34
Und damit der Text so allein nicht gleich wieder
alle erschlägt, heute wieder ein paar Bilder. Endlich bin ich mal dazu
gekommen, mein Einzelzimmer auch zu fotografieren.

Mein Einzelzimmer, leider habe ich keinen richtigen Schrank, also liegt alles auf den Betten rum.

Mein Bett, links und die Abstellecke, sowie mein Studenten-Tisch (selbstgebaut)

Mein Blick aus dem Bett zur Außenwand

Mein Kuba-Fahrrad vor der Freunde-Wand (Fotos)

Die "FreundeFotos" zur Erinnerung, wie ihr alle ausseht ;)

passend dazu die Familien-Foto-Wand
16.10.2007 22:50:24
Was mir da gerade noch einfällt, heute habe ich von
Rudaev die frohe Botschaft erhalten, das ich mit ihm gemeinsam am
Wochenende die interessanten Städtchen in der Gegend von Trinidad
erkunden kann. Denn er kennt dort ein paar nette Bekannte, die eine Casa
vermieten und da im Moment ja Nebensaison ist, ist sie nicht
ausgebucht. Also heißt es am Wochenende wieder Ausflug und viel Englisch
oder sogar Spanisch sprechen, erzählen, tanzen, Musik hören und viele
neue Eindrücke sammeln. Also heißt es jetzt ranklotzen, damit es auch
was wird, mit der Diss, bevor ich ins lange Wochenende geh'
15.10.2007 22:21:05
Mein Wochenende war nicht sehr spannend, ich habe
mich, wenn man es einfach betrachtet, damit beschäftigt mein
Einzelzimmer mal wieder von-Grund-auf zu reinigen, Wäsche zu waschen und
Postkarten zu kaufen. Dabei bin ich Samstag bei meinem Besuch auf dem
Mercado Sandino auf das im Kleinen Kubahandbuch Santa Clara erwähnte
Fischrestaurant gestoßen. Dort gibt es verglichen mit deutschen
Verhältnissen zu Spottpreisen sehr leckere Krabben und andere
Meerestiere, die ich beim nächsten Besuch sicher probieren werde. So
habe ich dann frisch gestärkt mal einen längeren Spaziergang durch mir
zufuß noch unbekannte Straßen gewagt, um schleißlich da anzukommen, wo
ich bereits gewesen bin, am Sandino.

ein kubanischer Geier, der mir über den Weg geflogen ist...

... bevor er wieder geflüchtet ist, vor dem Foto-Touristen

Adios, Geier

Fußball: Santa Clara vor, schießt ein... Toooor!
Bei meinem sonntäglichen Stadtbesuch bin ich in der
Hoffnung etwas vom Staatsbesuch des Venezuelanischen Staatspräsidenten
in Santa Clara mitzubekommen, aber außer hunderter Kubaner, die die
Straßen gesäumt haben, ist mir dieses Glück leider nicht zuteil
geworden. Sodass ich mich dazu entschlossen habe einen zweiten Rutsch
Postkarten zu kaufen und zu schreiben. Gesagt getan. Danach habe ich
mich dann wieder mit einem Besuch in der Copellia (Eisdiele) belohnen
wolen, doch leider gabe es da wegen des Staatsbesuches leider kein Eins
sondern nur Kuchen. Das wiederum hatte den Vorteil das die sonst übliche
Schlange auf eine Person zusammengeschrumpft wa, als ich angekommen
war. Das machte dann das sonst übliche stundenlange Warten natürlich um
einiges angenehmer. Außerdem konnte ich so noch gut 2x Guavensaft
nachbestellen, ohne lange warten zu müssen.
Guavensaft ist zur Zeit der einzige Fruchtsaft, den
man hier im Moment neben dem leckeren Kokosnußwasser bekommen kann, ohne
die unverschämten Saftpreise von 2,60/l im Supermarkt zahlen zu müssen.
Außerdem ist der Guavensaft natürlich frischgepresst um einiges
leckerer als Tütensaft. Die pinke Farbe macht den Saft dann nicht nur
kulinarisch sondern auch optisch zu etwas Besonderem.
16.10.2007 20:20:23
Die neue Woche hat gestern gut angefangen. Mit dem
Fertigstellen einer Projekt-Teilaufgabe konnte ich ruhigen Gewissens
gestern zur Uni kommen und die Daten an die Uni mailen und danach zum
Spanischkurs gehen.
Den Kurs gibt die Deutschlehrerin Rosa hier an der
Uni nur für uns beiden Spanisch-Anfänger, Ruben aus Oldenburg und mich.
Mit dem 2-er-Intensivkurs einerseits und dem wieder hinter und nicht vor
der Schulbank sitzen musste ich mich erstmal anfreunden und außerdem
den Unterrrichtsstil von Rosa kennenlernen. Das lief alles in allem sehr
gut. Ich konnte das ein oder andere auf Anhib und alles weitere so
ziemlich verstehen.
Nach dem Spanischunterricht habe ich noch ein wenig
an der Diss geschrieben und dann hatte ich mir vorgenommen meine
Postkarten, die ich am Wochenende erstanden und gleich geschrieben habe
abzuschicken. Da es nach Santa Clara mit dem Bus immerhin gut eine halbe
Stunde kostet und gewöhnlich die Läden gegen 5 schließen, habe ich
damit gerechent, dass ich gegen 4 aufbrechen muss, um noch ein wenig
Zeit in der Stadt zu haben, um Briefmarken zu kaufen, die Karten
abzugeben und vor Ladenschluss noch kurz ein paar Besorgungen zu
erledigen bevor ich dann vielleicht zur Belohnung noch lecker essen
gehe.
José, mein Kollege hier aus dem Büro, der regelmäßig
seine Tochter aus dem Kindergarten abholt, ist zu gelichen Zeit
aufgebrochen und damit war ich mir indirekt eig. ziemlich sichr, dass
ich auch gut in der Zeit liege. Dann haben wir uns auf dem Weg zur
Bushaltestelle noch kurz unterhalten und nach 5 min. Warten kam dann
noch Ruben dazu sodass sich die beien auch kennengelernt haben. Wir
erzählten und warteten, aber der Bus kam nicht. Die Zeit zum Karten
verschicken und einkaufen wurde immer knapper. Schließlich habe ich mich
entschlossen Ruben den Zug, der ja eigentlich immer pünktlich ond mit
nur einem Weichen-stell-Stopp auch schneller ist, zu zeigen.
Womit jedoch nicht zu rechnen war, war das Wetter.
Beim Spanischkurs noch ketzerisch darauf getippt, dass es noch regnet,
kam es wie es kommen musste. Der wieder sinnflutartig herabstürzende
Regen setzte ein. Diesmal trocken im Zug sitzend, habe ich mir keine
größeren Sorgen gemacht.
Das Dumme an der Situation war nur, das der Regen
nicht wie üblich nach 20-30 Minuten aufgehört hat sondern ununterbrochen
weiterging. Dem Himmel konte man es ansehen und die Palmwedel an den
Großen palmen hingen durch den Wind unüblich nur an einer Seite. Also
haben wir am Ersten Halt, noch vor dem Bahnhof den Fußmarsch angetreten,
Ruben in seiner H&M-Wetterjacke, unter der er die
Informatiker-Ausrüstung (Laptop usw.) verstaut hat und ich in 3/4-Hose,
Hemd, Rucksack mit Postkarten und Regenschirm. Der Weg führte uns zum
Rio Cubanicay, der durch Santa Clara führt und er war fast bis ans Ufer
gefüllt. Ein seltsamer Anblick dessonst so ruhig dahindümpelnden Baches,
der oftsogarden Eindruck macht zu stehen statt zu fließen. Weiter ins
Zentrum ging es dann die Straßen und Fußwege entlang, an denen das
Regenwasser aus den höhergelegenen Stadtteilen aus den Gullis kam und
außerdem noch am Straßenrand entlangfloss. Sodass wir mehrmals nasse
Füße bekommen haben. Ruben war dahingehendmit seinen FlipFlops natürlich
besser ausgestattet als ich mit meinen Lederschuhen und Socken, aber
wenn die Schuhe erstmal vollgelaufen sind, ist es eigentlich auch egal.
Schleißlich hat mich Ruben noch netterweise bis zum
Postamt gebracht, das glücklicherweise sogar noch geöffnet hatte und ist
dann weiterzu seiner Freundin. Ich konnte meine mir selbst gesetzte
Aufgabe, die Postkarten, die ich vorsichtshalber noch abfotografiert
habe, falls sie nicht ankomen sollten, verschicken. Daraufhin habe ich
mich mit einem Hamburger aus echtem Rindfleisch, das wie hier üblich
doch sehr zäh ist, belohnt und dann auch schon den Rückweg angetreten.
Auf dem Weg habe ich dann noch an einem privaten Fenster-Shop 2 leckere,
wenn auch etwas fettige Kekse erstanden und bin dann satt, etwas
glücklicher aber naß zum Busbahnhof gelaufen. Der Bus kam wie üblich
nacheinigen ungezählten Minuten Wartens und ich habe glatt im großen
Gedränge vor der Bustür einen der letzten Stehplätze bekommen können. So
konnte ich ohne weitere Verzöerung direkt bis zum Uni-Campus fahren.
Schließlich doch ziemlich müde habe ich noch ein wenig Wäsche gewaschen,
die triefnassen Schuhe neben der Wäsche aufgehängt, mich geduscht und
den restlichen Abend dann vorm Laptop verbracht und dort noch eine
Grammatiklektion im elektronsichen Spanischkurs durchgearbeitet bevor
ich mich schließlich Schlafengelegt habe.
Der neue Tag hat mit Frühstück, halbstündigem Fußmarsch und 2 Stunden
Spanisch mit Ruben bei Rosa begonnen und ich habe dabei eigentlich auf
die gewünschte Einführung zur Konjugation spanischer Verben insbesondere
der Zukunfts- und Vergangenheitszeitformen gewartet, bin aber mit einer
angenehm einfachen Übung zum Wiederholen der im Praktischen erfahrenen
und gelernten Mahlzeiten überrascht worden. Die Unterrichtsstunden
zudritt vergehen scheinbar wie im Flug, dann die Fragen, die Ruben und
ich imme rin die Runde werfen lockern den Untericht erheblich auf, wir
erfahren viel über Kuba und außerdem über wir natürlich das Sprechen.
Also ist das wie man so schön sagt fast wie Kinderüberraschung: 3 gute
Sachen auf ein Mal.

Der "Briefkasten" im Postamt
Der Rest des Tages war mit Einzelmittagessen am
Pizza-Container, Arbeit am PC und Rückfahrt zum Wohnheim eher
unspektakulär, wenn man von zwei Dingen absieht. Das erste ist, dass ich
schon wieder nen Platten am Rad habe. Diesmal zur Abwechslung wieder
mal am Hinterrad und deshalb zum zweiten dem Treffen mit Natasha sicher
zu spät gekomen wäre. Aber wie ich so bin habe ich das Praktische mit
dem Nützlichen verbunden. Das heißt soviel wie, ich habe das Rad ins
Wohnheim geschoben, da der Weg kürzer wag, bin noch flink in die MensaII
gegangen, habe dann das Hinterrad asugebaut und bin mit dem Rad nachdem
ich mich umgezogen habe dann zum Date in die Uni zurückgejoggt und bin
doch glatt 5 Minuten zu früh angekommen. Gut, dass es kein "richtiges
Date" ist, mit wegehen und so;)
10.10.2007 15:43:07 - Stichpunkte
Kurzer Abriß zu den letzten Tagen hier ohne Internet.
10.10.2007
Bilder fürs Zimmer zusammensuchen, Erinnerungen an zuHause
Reisebericht online stellen
Kubahandbuch aufbessern
Diss schreiben
Santa Clara: Fotos "Drucken" lassen & lecker Essen gehen
Online alles aufholen, was die letzten Tage liegengeblieben ist.
09.10.2007
Uni: Diss schreiben
Ponchera: Reifenpanne beseitigen lassen
Mittag mit Toscano und Lazaro
Mietbus: Santa Clara
Shopping und Preisfindung für Fotos
Regenguß
Guagua: Der Öffentliche Nahverkehr in Santa Clara, ein Beispiel für Kuba
Natascha aus Barbados & Iwan aus Habana kennengelernt
Räumen und basteln im Wohnheim, langsam nimmt Mein Zimmer Gestalt an.
08.10.2007
Tren a la Santa Clara mit Lazaro, eine Erfahrung für sich. Bilder demnächst.
Besuch bei casa particular Sra. Sara
Shopping: Zimmerausattung (Toilettendeckel, Personenwaage)
Tren a la Universidad
|
veröffentlicht um 10.11.2010 23:06 von Falko Werner
[
19.04.2011 22:32 wurde aktualisiert.
]
10.10.2007 15:18:12
Hallo an alle, die vermisst haben, von mir zu hören.
Mit dem hohen Besuch Raul Castros und seines
gesamten Stabes in Santa Clara und vorallem an der Uni begann am
Donnerstag die große Evakierung des Hauptcampus der Uni. Alle dortigen
Wohnheime mussten, soweit ich es verstanden habe geräumt werden. Außerdem
war es so dass die Gelegenheit von Bauarbeitern auf dem Nebencampus
(Camelito) dazu verwendet wurde, die Wasser- und Strominstallationen zu
erneuern. Macht ja schließlich einen guten Eindruck, wenn der zweite
Cheffe im Staate einen Kurzbesuch plant. In Santa Clara genau das
gleiche Bild. Der Tren blindado (Denkmal zur siegreichen Schlacht Che's
um Santa Clara) wird für die Feirlichkeiten um Che's 40. Todestag
komplett neu gestrichen. Man will ja schließlich einen guten Eindruck
machen, wenn die ganze Welt nach Kuba schaut. Und das macht sie
wirklich, denn sogar in der Volksstimme habe ich einen Artikel zu den
Feierlichkeiten sehen können.
Wegen eines kleinen Missverständnisses bzgl. der
Strom- und Wasserverfügbarkeit (Rudaev meinte, ich solle doch über's
Wochenende nach Santa Clara ziehen. Ich wusste doch aber nichts von dem
Medienspektakel, das ja hier auch niemand erwähnt hat.) habe ich mich
kurzentschlossen für einen Kurzurlaub entschieden, mit Rudaev's
Unterstützung einen Skoda Fabia gemietet und Raul, meinen
Ex-Zimmerkameraden gefragt, ob er mitkommt zu einem Ausflug zu den Cayos
(Sumpfinseln vor der Nordküste). Denn das von Rudaev vorgeschlagene
Varadero war mir ehrlichgesagt zu weit weg.
Also ab in den Urlaub. Raul per
SMS informiert und eingesackt, mit einem kurzen Stopp im Wohnheim, um
die Sachen zu packen ging es dann gleich nachdem Raul seinen
Mietwagenanteil, den er unbedingt gleich loswerden wollte (Sicherheit)
den Donnerstagabend (4.10.) los. Wir sind auch direkt, ohne Probleme
über Remedios und Caibarien zur Cayo Santa Maria aufgebrochen. Leider
war es breits dunkel und wir haben nicht viel sehen können, aber den
ersten Strand auf der Cayo Santa Maria gefunden. Er hat uns nicht
besoners zugesagt also ging's weiter. Schließlch müde haben wir uns
dann am Flughafen Las Brujas (die Hexen, kleine Insel vor der Cayo Santa
Maria) überlegt die Nacht im Auto zu verbringen. Raul war irgendwie
komisch, hatte kein Interesse in Hotels nach dem Preis zu fragen oder
gar zu verhandeln, denn das ist ja hier üblich. Also Nacht im Auto.
Ein Erfahrung die man auch mal gemacht haben sollte. Ich wusste ja woraf
ich mich eingelassen habe, denn ich habe das als Junge bei der ersten
Nacht mit offenen innerdeutschen Grenzen auf dem Weg nach Wolfsburg
(14,5h "Fahrt"-Zeit) kennengelernt. Also machte ich es mir bequem und
habe eine Stund geschafen, in der Raul mit den Mücken gekämpft hat. Der
Beste Schutz, den man gegen Mücken haben kann, ist jemand anderes
mitzunehmen, den die Mücken lieber mögen, stimmts Stephanie? ;) Nach
der ersten Stunde Schlaf sind wir dann von der örtlichen Polizeistreife
darauf hingewiesen worden, dass es nicht gern gesehen wird, wenn hier
jmd. im Auto übernchtet, also hieß es dann nach ner guten Studen
Personailenkontrolle und unzähligen Telefonaten des verantwortlichen
Polzisten (die nehmen sich in so einem Fall auch wirklich unendlich viel
Zeit) auf Richtung Caibarien, nochmal durch die Mautstelle, morgen
nochmal Maut zahlen und vor der Mautstelle im Auto nächtigen. Kein
Problem, aber nervig. Das ging soweit ganz gut, außer dass Raul wieder
nicht schlafen konnte und ständig das Auto und die Klimaanlage ein- und
ausgeschaltet hat. Aber man gewöhnt sich daran.
Der nächste Tag brachte das unglaublichste
Karibikwetter, auf das man hoffen konnte, strahlendblauer Himmel,
gleißende Sonne und somit ging'S dann endlich mal an den Strand. Die
Suche war auch recht kurz, denn wir haben uns für den Hotelstrand des
Villas Las Brujas entschieden, das hat zwar 4 CUC (ca. 3,50€) gekostet,
dafür gab es aber Strandliegen, Rettungsschwimmer, gepflegetn Strand,
nen Frei-Hamburger und ein Feigetränk. Der Tag war unglaublich schön,
man fühlte sich einfach mal wie ein Urlauber. Zeit zum
Strandspaziergang, fotografieren, schwimmen, schnorcheln (Raul hatte
Flossen, Brille und Schnorchel mitgebracht und ich konnte sie auch mit
nutzen, dankeschön Raul) und die Seele baumeln lassen. Einfach klasse. Dann
das Gewitter, Raul meinte auf einmal, er wolle gleich wieder Richtung
Santa Clara uafbrchen, er haben kein Geld für den Urlaub und will seine
Mama danach nicht fragen müssen. Sein Kubajahr ist geldlich ausgeplant
und er kann es sich nicht leisten. Selbst mein Angebot die
Übernachtungen dann für beide zu übernehmen und die nächsten Tage auf
der Cayo Coco zu verbringen wo es mit Sicherheit eine günstige
Übernachtungsmöglichkeit gibt (Reiseführerinfos) hat er dankend
ausgeschlagen. Er fühle sich dabei nicht wohl. Also nach langer
Diskussion, denn schließlich habe ich das Auto gemietet und nicht er,
ihm vor der Abfahrt Bescheid gesagt, was ich vorhabe und gefragt, ob er
mitkommt; ging s dan nanch Rauls Wünschen zurück. Im Auto ging die
Diskussion dann weiter. 2 Stunden Fahrt können eine ewig lange Zeit
werden. Schließlich im Wohnheim angekommen, in dem es entgegen Rudaevas
Voraussagen doch Wasser und Strom gab, hat Raul unter ständigem nörgeln
und schimpfen unter der Gürtellinie und in spansich, damit ich es eben
nicht verstehe (denkste!), alle seine Sachen gepackt. Wie hab' ich mich
gefreut ihn in Sta. Clara rauszuschmeißen. Ganz freundlich verabschiedet
natürlich. Und dann mit ein paar Umwegen in Santa Clara ging es dan
zurück ins Wohnheim. Ich habe mich ein wenig gewundet, warum auf der
Straße aus dr Stadt und an der Uni so große Sicheheitskontrollen waren,
mir dabei aber nichts gedacht, sondern unbefangen wie ich bin im
Wohnheim übernachtet. Juhu, endlich habe ich mein Einzelzimmer! (Raul
stidier in der nächsten Zeti sowieso in Manacas und kommt deswegen nuch
zum WE zurück und da bleibt er in Santa Clara, zum Glück!)
 Die Nacht am Strand? Playa Perla Blanca, Mücken an gro.
 Nette Strandbar, nur leider kein Barkeeper, denn der schnarcht drinne.
 Der zweite Anlauf zum Baden, nach der Nacht im Auto.
 Wenn ich das nicht Karibik nennen darf, dann weiß ich auch nicht.
 Palmen am Stand, die besten Schattenspender überhaupt.
 Krabbelkrabben, niedlich und ungefährlich.
 Was war das für ein Tier?
Am Samstag ging es dann nach meinen Plänen morgens
im Frühnebel auf zur Cayo Coco. Den ersten Teil des Weges kannte ich ja
vom Vortag schon und habe ide Möglichkeit genutzt in Remedios zu tanken,
Frühstück auf nem Volksfest zu essen und gleich noch Geld für die
nächsten Tage umzutauschen. Ein schöner Start in den Tag. Und zudem
konnte ich gleich noch ein paar schicke kubanische Schlappen erstehen,
die mir schon häufiger ins Auge gestochen sind. Dann ging's ab zur
Cayo Coco. Um sicher zu gehen, dass ich auch den richtigen Weg nehme,
habe ich als Alleinfahrer gleich ein paar mal das Auto mit Kubanern voll
gemacht, die hierzulande eben entweder mit den völlig überfüllten
öffentlichen Überlandbussen, teuren Touristenbussen oder wie sonst
üblich per Anhalter (als "botella", zu deutsch Flasche) mitgenommen
werden. Die Anhalter konnte ich dann meist verständlich nach dem Weg
fragen und außerdem so mein spanisch üben. Nach gut 4 Stunden Fahrt,
mehr als 20 Anhaltern, die meinst in Rudeln auftauchen und an
Tramperpunkten stehen, an denen die Reihenfolge durch Wachpersonal
sichergestellt wird, bin ich zusammen mit José, Elektriker im Blau genau
in seinem Hotel angekommen, das sich mitten auf der Cayo Coco befindet.
Nach einem netten Abschied und der Information das ein Zimmer pro Nacht
115€ kostet und vielleicht am Nachmittag ggf. frei werden könnte, ging
dann die Suche nach einem Zimmer und der Möglichkeit zu Surfen durch ein
paar andere Hotels und Hotelstrände mit unzählgen Pauschaltouristen,
wie ich es die letzten Jahre ja selbst einer war, ins vom Reiseführer
erwähnte Sitio La Güira. Diese Herberge war wahrscheinlich die erste
Übernachtungsmöglichkeit die vor unzähligen Jahren auf der Cayo Coco
eingerichtet wurde. Urgemütlch, nettes Personal und übernachten wie vor
200 Jahren in Holzhüttchen mit Schilfbedachung. Schließlich eine
günstige und gemütliche Unerkunft gefunden, war ich sicher, dass ich mir
noch ein wenig mehr von de rInsel ansehen wollte. Kurz im Reiseführer
geblättert und ab ging'S zur kleinen Schwesterinsel Cayo Guillermo mit
dem schönsten Strand Kubas, dem Playa Pilar, benannt nach dem Schiff
Hemingways, dem großen Kubakenner und Schriftsteller. Leider war zu
dem Zeitpunkt das Wetter nicht ganz so toll, was die Sonnt anbetrifft,
aber das Wasser galsklar, sehr warm und wunderschöne Aussichten sowie
tolle Eindrück von der Natur Kubas. Vom Abend und der Nacht weiß ich
zwar noch alles, mache es aber kurz. Zurück im sitio hab ich kurz
geduscht, einen leckeren Hummer (mein erster, nur 12€, europäisch:
gegrillt sowie kubanisch mit Marinade) gegessen und stilecht Mojitos
getrunken, mit dem Koch, seinem Freund und dem Wachmann erzählt
(spanisch üben!) und dann ging's in die Urlauber- und Arbeiterdisko im
Viazul, tanzen, trinken, baggern, quatschen, kotzen und von der Polizei
zurück ins Hotel gebracht werden.
 Der Neustart, allein in den Nebel.
 Zwischenstopp beim Volksfest in Remedios.
 Auf dem Weg zur Cayo Coco
 Für die Touris, Wildfleisch am Straßenrand
 Surfen? Fehlanzeige, schlechtes Wetter: Pah! ne tolle 6er Windstärke!
 Die Maria, immer für einen Scherz zu haben. Den Besuch im Sitio La Güira wert.
 Mein Bett im "Eingeborenenschuppen". War echt schön.
 Die Dusche, Der Duschkopf ist das Rohr oben ;)
 Cayos, die vorgeklagerten Mangroveninseln
 Leo, der Koch, mit meinem ersten Hummer.
 Tanzen aus Spanisch: bailar
Der Sonntag hat mit einem kleinen Hangover begonnen,
aber nach ausreichend Wassser, einem leckeren Omlett und etwas Ruhe
ging's dann schnnell wieder. So ist das halt mit den Nebenwirkungen des
kubanischen Rums. Schließlich bin ich dann mit Leo, dem Koch
aufgebrochen, dem Sicherheitspersonal in der nahgelegenen Cueva Jabali
(Wildschweinhöhle) sein Mittag zu bringen und die Chance zu nutzen die
vortags abgeschlosssene Höhle, die meiner Meinung nach in
"Fledermaushöhle" (cueva morcielagense) umgetauft werden müsste zu
besichtigen. Nadanch hatte mir Leo versprochen eine Surfgelegenheit
zu organisieren, er kenne da jemanden im Hotel Tryp (Schwesterhotel zum
BLAU, ehemals das selbe Hotel, jetzt noch immer Personalrotation, 1
Nacht zu 95€). Aber nix wars, haben dann ein paar seiner Freunde im
Servicebereich besucht, den Surflehrer German gefunden, das Surfmaterial
begutachtet und für unbrauchbar erklärt. Damit hatte sich meine
Entscheidung den Rst des Tages zur Rückfahrt zu nutzen gefestigt und ich
habe Leo im Sitio abgesetzt, Die Putzfrau als Anhalter nach Moron
mitgenommen und bin so in mein Beinaheunglück gestolpert. Die
Putzfrau, die hier unbenannt bleibt, hat die Mitfahrgelegenheit und
meine Ortsunwissenehit bei einsetzendem Regenguß genutzt, um vor der
Ahustür ebgesetzt zu werden, und mich die Straße zum nächsten Ort
geradeaus weitergeschickt, die an der stelle schon ein gut 10cm tiefer
Bach und keine Straße im herkömmlichen Sinne war. Da hat der Fabia auch
noch geradeso mitgespielt, doch die Straße hatte ein Gefälle in
Fahrtrichtung sodass das Wasser ums Auto immer tiefer wurde und mein
Herz anfing immer höher zu schlagen, bis ich es gut im Hals fühlen
konnte. "Einfach weiterfahren, nicht sethenbeleiben, wenn du jetzt
stehenbelibst, ist es aus und du kommst hier nicht mehr weg.", habe ich
zu mir gesagt. und die Straße war noch nicht zu ende, doch dann eine
Anhöhe, eine Kurve, sollte es das Ende Reißenden-Fluss-Straße sein? Ja.
Die letzten Meter. Und dann, ich sehe am Straßenrand noch ein paar
Jungen, die letzten knietief, aber die ersten hüfttief durch's Wasser
waten, als ich ein tiefe Delle in der 'Straße bemerkte, sich das Auto
immer langsamer durch die Wassermassen kämpfte, die Räder langsam
durchdrehten. Ich hatte für den Bruchteiel einer Sekunde das Gefühl, das
Auto schwimmt. Und dann, das rettende Ufer. Der Motor hört sich
garnicht gut an, "schön weiterfahren", hochtourig und nicht
stehenbleiben. Tanken muss ich auch noch, aber erst in ein paarhundert
Kilometern, ds ist gut. Ich halte nicht an um Tramper mitzunehmen sodern
fahre nach Gefühl (GPS, aufgezeichnete Strecke) und Karte. Es gießt
noch desöfteren auf dem Weg aus Kannen und Eimern, die "Bundes-"Straße
wird gelegentlich von einem Bach aus Regenwasser überquert, was mich nur
noch selten stöhrt. Der Motor hört sich aber trotzdem komisch an und er
hat auch immer wieder ein paar Aussetzer. "Hoffentlich schaff ich es
noch bis Santa Clara." In Carbarin ringe ich mich durch anzuhalten und
zu tanken, die Leute von der Tanlkstelle und dem Imbis kenne ich schon
von den Vortagen. Alles geht soweit gut. Auch das provisoeriscgh mit 2
Schrauben befestigte Nummernschild ist noch am Auto, auch wenn es fast
gen Himmel zeigt ;). Es fängt an langsam dunkel zu werden.
Dummerweise müsste ich das Auto bis um 5 in Santa Clara abgegeben haben,
um nicht für einen weiteren Tag zahlen zu müssen. Es ist bereits 5.
Egal, ich bin auf Kuba! Weiter nach Santa Clara, ein kurzer
Zwischenstopp im Camelito (Wohnheim), um die Sachen auszuladen und halb 7
angekommen, muss ich jetzt noch die Autovermietung finden. Ein netter
englischsprechender Jugentlicher bringt mich dann beim dritten
Frageanlauf endlich sogar direkt zur Vermietung. Keiner Da, wie
erwartet. Also den Wachman angestachelt den "Besitzer" anzurufen mit der
festen Meinung "mir wurde gesagt, ich kann das Auto bis um 7 hier
abgeben." Der Verantwortliche kommt nach 5 min. Telefonat und 10 min.
Anfahrt auch wirklich. Sehr freundlich ;). Fix bezahlen und dann ab zurück ins Wohnheim, ein wenig lesen und schalfengehen, von dem schönen Wochenende träumen. Denkste! Es
fährt kein Bus! Sind ja eh keine Studenten in der Uni, evakuiert wegen
Raul. Also sthet ein 10km-Fußmarsch an. Zum Glück kenne ich erstens den
Weg und zweitens spielt das Wetter mit. Fertig, aber glücklch
erreiche ich nach 1 1/2 Stunden mein Wohnheim-Einzelzimmer, "dusche"
noch aus dem Eimer, denn Leitungswasser gibt's im Momant nicht, höre
noch ein wenig Musik, schaue mir die Bilder an und falle sellig in mein
Bett.
 Ja, das ist eine echte Fledermaus!
 Der zweitschönste Strand der Cayo Coco.
 German, der Surflehrer und ich, der Germane ;)
 So sieht ein Nummernschild aus, wenn man durch mind. 60cm tiefes wasser gefahren ist.
 Zwischenstand beim Fabia nach dem letztn Tanken: 975 km.
 Home sweet home, Sata Clara in Sicht!
Soviel für heute, Vielen Dank für die Aufmrksamkeit und die vielen Zuschriften, Macht weiter so Leute!
|
veröffentlicht um 10.11.2010 23:04 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:25 wurde aktualisiert.
]
04.10.2007 13:41:59
Hallo mal wieder, heute nur kurz! Danke allen
fleißigen Nachrichtenschreibern für Eure Unterstützung, es macht die
Zeit hier natürlich viel schöner, wenn man immer wieder hört es geht
allen gut. Mir geht es ähnlich, auch wenn ich uete beschlossen ghabe der
drohenden Wasser- und Stromsperre in der Region zu entfliehen und mir
die touristische Seite Kubas mit den Stränden ansehen werde.
So ein Pech wird da der eine oder andere sicherlich (nicht *g*) denken.
Also ich neheme and die nächste Nachricht wird ein
paar schöne Strendbilder enthalten. Ich fahre für ein verlängertes
Wochenedne an de la Los Cayos ;)
Bis dann , Falko
02.10.2007 11:20:31
Ersteinmal gaaanz viele liebe Grüße an Stephanie,
unser nunmehr 10-jähriges Experiment ist in diesem Jahr in eine neue
Phase übergegangen, ich bin gespannt wie es sich in der nächsten Zeit
weiterentwickelt.
Ist manchmal schon ein bischen dumm, dass ich hier
in Kuba mit der Ortszeit sechs Stunden hinterherhinke, aber damit muss
man schließlich rechnen wenn man 8765km von zuHause weg ist. Aber mit so
großem Abstand von der Heimat ist das Leben auch so ganz anders. Aus
den letzten Nachrichten die ich bekommen habe sind so einige Fragen
abundzu aufgetaucht, die ich scheinabr noch nicht hier beantwortet habe.
Mir ist aufgefallen, dass es abgesehen von den
ersten beiden Tagen fast täglich regnet. Mit dem Regen gab es fast jedes
Mal auch einen Stromausfall. Elektrizität und Wasser spielen halt nicht
gern zusammen, das habe ich schon in den erstn Physikunterrrichtjahren
gelernt und hier erlebe ich es sehr regelmäßig. Ohne Strom und die
sicher elektrisch betriebenen Pumpen gibt es aber offenbar auch kein
Wasser. Und auch in anderen bereichen ist die Kausalitäätskette
anwendbar: Naja wenn kein Strom, dann kein Computer, dann halt nichts
tun, vorallem am WE. Wenn ich da nicht nach Sta. Clara gefahren wär,
wäre mir sicher die Decke auf den Kopf gefallen. So habe ich nen neuen
Haarschnitt, Eis und Pizza gegessen und mich am Sa. zufällig aber dann
sehr lange mit Raul, eig. meinem Mitbewohner, getroffen und gesehen, was
er am WE so treibt. Er hat ein Zimmer in einer privaten Pension,
dort bekommt er 3 Mahlzeiten und hat ein richtiges Bett. Ist zwar ganz
schön, aber für 15 € pro Tag muss ich das nicht unbedigt haben. Denn
einerseits ist das Zimmer im Wohnheim C2 ganz in Ordnung, auch wenn ich
mich gelegentlich über die vielen Mitbewohner amphibischer und
reptilischer Natur lustig mache. Andererseits kann ich mich über das
Mensaessen nicht wirklich beschweren, es ist richlich und enn man
gelegentlich Abwechslung wie Pizza, oder Restaurantessen in Sta. Clara
oder wie letzten Sonntag beim Besuch bei Marty Delgados oder n diesem
Samstag bei der Gastfamilie Raul's hat, dann ist soweit alles im grünen
Bereich. Im Anschluss an das Abendessen und eine lange Unterhaltung mit
einem kroatischen Paar, das die Nacht ebenfalls in der Privatunterkunft
in der Raul über's Wochenende wohnt untergekomen ist, haben wir uns am
Parque Vidal noch mit Rauls Freunden getroffen und uns bis 3 Uhr morgens
unterhalten. Danach bin ich mit dem Nachtbus zur Uni zurück gefahren.
Ansonsten
bin ich in der Uni dabei alle über die letzten Jahre entstanden
Materialen endlich mal richtig in einen sinnvollen Zusammenhang zu
bringen und davon ausgehend dann den Roten Faden für meine Diss zu
stricken. Die Gliederung steht mittlerweile.
Wohnheim: Erste Eindrüke vom
Zimmer sinb ja im Blog oder bei StudiVZ zu sehen, trotzdem hier noch
eine kurze Beschreibung. Das Zimmer ist mit einer Naßzelle versehen, die
durch einen gekauften und selbst angebrachten Duschvorhang vom
Schlafraum abgetrennt werden kann. Dazu war es sehr hilfreich die Rolle
Draht aus Deutschland mitgebracht zu haben, die mir beim Basteln am
Fahrrad und im Zimmer schon mehrfach gute Dienste geleistet hat. Zurück
zur Naßzelle: Darin befindet ein von mir repariertes Waschebecken, die
Anschlußleitung hatte mehr Löcher als ich zählen konnte, eine Toilette
ohne Deckel (hab ich hier leider noch nicht gefunden) und eine gemauerte
Dusche. Dusche und Toilette sind jeweils mit einer Lamellentür
"abschließbar". Kühlschrank: da gibt's einen im Wohnheim in der
Wohnheimverwaltung. Doch die war immer, wenn ich etwas aus dem
Kühlschrank brauchte, abgeschlossen. Seit zwei Wochen habe ich die
Möglichkeit einen im Büro zu nutzen. Das ist aber zu weit nur, um mal
was Kaltes zu holen, wird also tagsüber zum Trinkwasserkühlen verwendet. Also gibts im Zimmer meist nur einfaches Essen, das man nicht kühl lagern muss. Frühstück bspw. heißt bei mir Müsli mit
Milchpulver-Milch, da das Pulver ja auch ohne Kühlschrank lagerfähig
ist. Gewöhnungsbedürftig aber besser als anfangs gedacht.
01.10.2007 16:35:21 (Fotoblog)
 Karibikhimmel am Abend
 "Besucher"
 "Besucher"
 Taxi kubanisch
 Der Park in der Nacht
 Im Park
 und noch ein Parkfoto
 Park-ende Feuerwehrautos, Raritäten muss man wohl sagen
 Besucher
 Ein schöner Sonnenuntergang
 Abendsonne und Palmen in Santa Clara
 The Santa Clara Monastery by Night
 Unterwegs mit "Freunden"...
 am Rande des Parks mit ein wenig einheimischen Getränken ;) gegen die Hitze
Sonntag, morgens nach einer langen Nacht wieder in Santa Clara
 Der Haupteingang der Uni (aus dem Bus)
 Die Landschaft um Santa Clara (aus dem Bus)
 Das Denkmal "Tren blindado" zum Überfall Che's (aus dem Bus)
 Am Mercado Sandino, gerde angekommen gießt es wie aus Kannen ;(
 Aber nur kurz, dafür heftig... Hier viele Marktbesucher
 Es gibt Fleisch
 Schach-Wettkampf im Parque Vidal bei den Feierlichkeiten zum 47-jährigen Bestehen der Komitees zur Verteidigung der Revolution
01.10.2007 15:20:01
So heute ist also wieder Montag und ich bin gut
durch das strom- und wasserarme Wochenende gekommen. Dabei konnte ich
wieder viel erleben, vom Wasserspeichern, "Duschen mal anders" und die
kubanischen Feiern zum 47. "Geburtstag" der CDRs, also der lokalen
Kommitees zur Verteidigung der Revolution und der passend großen Feier
am Wochenende in Santa Clara und sicher auch vielen anderen Städten.
Ansonsten habe ich gestern wirklich triefnasse
Wäsche von der Leine nehmen müssen und sie dann so gut es geht im Zimmer
aufhängen müssen.
|
veröffentlicht um 10.11.2010 23:01 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:24 wurde aktualisiert.
]
30.09.2007 18:17:52
Je nach Wetter, von dem ich hier ziemlich abhängig
bin (Scheine die Regenzeit erwischt zu haben, das passt mir eig.
weniger.) stecke ich entweder im Büro oder dem Wohnheim fest. Wenn es
das Wetter zulässt, bin ich in meist Santa Clara unterwegs;
Marktbesuche, Wege erledigen wie z.B. zum Friseur zu gehen oder nur
Eisessen. Bei den Preisen hier könnte man ja glatt davon leben. Ein
normales Eis (leckeres Softeis, meist Vanille, Schoko, oder beides)
kostet üblicherweise einen Peso cubano (umgerechnet ungefähr 3 ct). Auch
die vielerorts verkauften Käse- oder Käse-Schinen-Pizzen für 4 bzw.
8,65 Peso cubano also 13 bzw 29 ct sind noch geradeso erschwinglich sind
;) So kann man sich mit Fastfood á la Cuba versorgen, wenn man keine
Lust auf das bestimmt schon 2x hoch- und runtergegessene Mensamenü hat
:) Andererseits kosten natürlich alle Importwaren "Intershop-Geld":
Peso convertible. Damit wird mein Frühstücksmüsli (Cornflakes für gut
4€) schon so etwas wie Luxus.
So, der zweite große Regenguß heute ist vorüber,
dann mach ich mich jetzt erstmal auf den Weg zurück zum Wohnheim und
schaue mir an, wie naß meine frisch gewasche, vorher fast trockene
Wäsche denn wieder geworden ist.
27.09.2007 10:13:17
Guten Morgen, Guten Abend, Guten Tag oder Buenos días, buenos tardes, buenos noches! (Je nach Belieben des Lesers; Reihenfolgen nicht identisch.)
Am gestrigen Tag bin ich mit meiner Arbeit endlich
wieder ein wenig in die richtige Richtung gekommen, nämlich vorwärts. So
langsam bekomme ich in dem angesammelten Datei-Chaos der letzten Monate
und z.T. auch Jahre langsam ein wenig Ordnung und auch die Gliederung
der Diss nimmt dabei wieder mehr Gestalt an.
Ansonsten habe ich die letzten Tage genutzt ein
wenig mit dem Rad, das ich mir hier gekauft habe, zu fahren. Auch wenn
es erstmal nur rgelmäßig die Strecke zwischen Wohnheim und Labor war.
Das sind dann die auch aus MD gewohnten 4 km am Tag. So spare ch mir
jeden Tag ungefähr ne 3/4 Stunde Zeit. Außerdem habe ich mit Raul
zusammen gestern wieder einen Abstecher in die Stadt gemacht, Pizza und
Eis essen sowie einkaufen.
Schließlich, nachdem wir zurückgekommen sind und das
angekündigte Gewitter ausgeblieben ist, habe ich die Chance genutzt
Raul das Messlabor zu zeigen, sodass er auch die Chance hat mich mal zu
besuchen.
Schließlich sind wir ziemlich spät wieder zurück ins
Wohnheim und auf dem Weg fiel uns auf, das es eine scheinbar relativ
große Party auf dem Gelände der Studentenorganisation FEU gab. Aber
dafür war ich dann doch zu viel auf den Beinen und außerdem wurde die
Carne de Idendidad, die für mich mit meinem knapp 3-monatigen Aufenthalt
nicht ausgestellt wird, überprüft.
Die Fauna Kubas im Wohnheimzimmer hautnah erlebt (eine Übersicht)









25.09.2007 17:05:16
Mittlerweile bin ich der Meinung zu verstehen, was
mit Regenzeit auf Kuba gemeint ist, regelmäßig zum Feierabend fängt es
an zu regenen, sodass ich keine Lust habe mich auf den Weg ins Wohnheim
zu machen also sitze ich hier und schreibe am Blog. Heut bin ich
zumindest dazu gekommen einige meiner Bilder hochzuladen, ohne vom
Stromausfall unterbrochen zu werden.
 Das ist der Strom, der durch's Unigelände fließt.
 Das Fakultätsgebäude der FIM (eigentlich Mechanica und Químia)
 Unser "Besuch" gestern Abend, süß, nicht wahr?
24.09.2007 18:13:57
Nachdem ich am Wochenende hier nicht zu schreiben
gekommen bin, nutze ich jetzt die Chance länger im Büro zu bleiben und
nicht durch den Regen zu müssen um das nachzuholen. Deshalb wird der
erst geplante kurze Abriss des Geschens seit dem letzten Eintrag, den
ich aufgrund eines Stromausfalles jetzt das zweite mal schreibe,
vielleicht auch etwas länglicher.
Am Freitag bin ich statt des üblichen Essengehens
mit Rudaev und einigen Bekannten mit den beidem anderen Deutschen hier
an der UCLV, Ruben und Anne-Christin, in die Mensa gegangen. Die beiden
und ein paar Freunde machen in den beiden folgenden Wochen Urlaub,
sodass dies die letzte Möglichkeit war, uns vorher nochmal ein wenig zu
unterhalten. Nachmittags habe ich vergeblich versucht hier in der Uni
meinen platten Fahrradhinterreifen reparieren zu lassen und das dann
auf Montag mit Rudaevs Hilfe vertagt. Am Abend gab es im Wohnheimzimmer
dann die zweite Mini-Pokerrunde, die dann den Abend beschloss.
Mit dem frühen Aufstehen und Wäsche waschen,
aufhängen und gelegentlich nachsehen, ob sie trocknet und abnehmen
begann mein Sonnabend. und nachdem dich Pflichtn erledigt waren ging es
zum erholsamen Teil des Wochenendes über. Ab Mittag war das dann der
Ausflug mit Raul per Bus nach Santa Clara mit dem Ziel das Che-Mausoleum
zu finden und erkunden. Zu Mittag gegessen haben wir beiden in einem
vor Raul ausfindiggemachten Peso-Restaurant in der Innenstadt von Santa
Clara. Da nahm ich an es wird nicht teuer. Trotzdem für 2 Personen
insg. 133 Peso für ein Mittagessen auszugeben ist für die Verhältnisse
hier schon mehr als Luxus, besonders wenn man das mit einem
Mensa-Mittagessen mit 0,8 Peso vergeleicht. Dazu kamen dann auch noch
7,55 CUC (das "Westgeld" auf Kuba) für die Getränke, also zuzweit
insgesamt rund 10,40€. Und ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen den
normalen Kubanern gegenüber. Danach stand dann Geld tauschen auf dem Plan, auch wenn es nicht unbedingt der einzige Grund für den Geldtausch war :) Schließlich
konnten wir uns frisch gestärkt dem Hauptgrund des Santa Clara Besuchs
widmen. Wir haben uns anschließend zufuß auf den Weg gemacht, das
Che-Monument besuchen. Das Monument mit der überlebensgroßen Ernesto Che
Guevara Statue und dem Relief an sich sind schon beeindruckend.
Trotzdem hat der Besuch des im Komplex befindlichen Museums und des
Mausoleums noch weitaus mehr Eindruck bei mir hinterlassen. Am späten
Nachmittag mit dem Einsetzen von Regen sind wir dann nach dem
Rückwanderung in die Stadt und der gut halbstündigen Busfahrt wieder im
Wohnheim angekommen, wo die inzwischen abgenommene Wäsche auf mich
berits gewartet hat.
 Che aus der Ferne Ein Blick auf das Gesamte Monument / Mausoleum Die Statue
 "Ich war wirklich da!" Und tat mein bestes.
Der Abend ging dann bei Regengeräuschen von draußen
auf dem Zimmer mit vielen Gesprächen über Spanien, Deutschland,
Gallizien, Sachsen-Anhalt, Sprachen vorüber. Als Abendessen gab es
hauptsächlich von Raul mitgebrachte marinierte Pfahlmuscheln aus der
Dose, die mir als Mehresfrüchteesser natürlich sehr geschmeckt haben.
Der Sonntag begann nach einer unruhigen Nacht und
dem späten Aufstehen mit einem Müslifrühstück. Das wurde dann gefolgt
von einem Ein-Mann-Ausflug nach Santa Clara, ohne den noch schlafenden
Raul um den Markt "Mercado Sandino" zu besuchen. Es ist interessant
zusehen wieviele Menschen sich da auf den Straßen versammeln und um die
einheimischen Früchte feilschen.
Auf dem "Mercado Sandino", sonntags mittags
 Transportmittel Kubansichr Bauern, Laster und Anhänger für die Feldfrüchte
Ein Reichhaltiges Angebot verschiedenster Speisen findet sich wie hier auf der Karte zu sehen am Rande des Marktes
 Es scheint die gesmate Stadt auf den Beinen zu sein.
Nach dem Marktbesuch habe ich außer der
Kirchen-Runde auch einen Abstecher ins Stadtzentrum gemach, um mich mit
einem gekühlten Mineralwasser zu erfrischen.
 Iglesia del Carmen in Santa Clara
 Iglesia Methodista de Santa Clara
Nachmittags ging's dann wieder mit dem
Bus zurück ins Wohnheim. Und nach einer kurzen Ausruhphasedann zum
nächsten Erlebnis, einem kurz unterbrochenen Besuch bei der Familie
eines Arbeitskollegen, José, der noch Ende des Jahres einen einmonatigen
Aufenthalt in Magdeburg haben wird. Dabei haben wir uns trotz der
Schwierigkeiten (Sprachbarriere) mit meinem wenigen Spanisch, meist
Englisch und auch etwas Deutsch über viele Themen wie bspw. Kuba,
Deutschland, die Reisen und das Leben unterhalten. Außerdem bin ich dann
direkt auch zum nicht ganz typisch kubanischen Abendessen eingeaden
worden. Nicht ganz typisch, weil es zum Reis eine sehr große Auswahl an
Flesich-Beilagen gab: Hähnchen, Ei, Leber und was ich bis dahin noch
nicht kannte, Manangas. Außerdem ist es auf Kuba üblich "Mermelade" als
Nachtisch zu essen, was für mich ersteinmal ungewohnt ist, aber in dem
Fall, selbstgemachte Mango-Marmelade, sehr lecker war.
 Einer unserer regelmäßigen Besucher im Wohnheimzimmer :)
Nach dem erlebnisreichen Wochenende war der Start in
die neue Woche eher normal. Ein gut halbstündiger Spaziergang vom
Wohnheim direkt zum Messlabor in dem ein Arbeitsplatz ist, hat so gegen 8
Uhr nach dem Duschen und dem Frühstück meinen Tag eingeleutet. An der
Uni gab es nicht viel spektakuläres. Zum Glück habe ich mit Rudaevs
Hilfe heute meinen Platten am Fahrrad reparieren lassen können und ein
wenig mehr an der Diss-Gliederung gefeilt. Leider hatten wir heute
wieder 2 Stromausfälle, sodass ich überlege meinen Laptop mit zur Uni zu
nehmen, um in den ungewollten, auch mal stundenlangen, Pausen
weiterarbeiten zu können. Mit dem langsam anklingenden Feierabend hat
heute wieder der für mich schon berüchtigte Regen eingesetzt. Und da
ich nicht vollkommen durchnässt im Wohnheim, das ja immerhin 2 km
entfernt ist, ankommen willankommen will, schreibe ich eben weiter am
Blog und der Diss und lese in der Liste der unregelmäßigen spanischen
Verben.
|
veröffentlicht um 10.11.2010 22:59 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:24 wurde aktualisiert.
]
21.09.2007, 10:48
Nachdem ich diese Nacht wieder mal gut geschlafen habe, gab es heute Morgen mal wieder neuen Besuch bei uns im Wohnheimzimmer:
 "Iguana am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen"
 Tschüß, Gecko, mach's gut ;)
Meine Hauptaufgabe für heute ist die
Arbeitsfähigkeit hier am PC herzustellen, also alle notwendigen Daten
auf den internerangebundenen Rechner zu kopieren. Bis jetzt sieht es
auch so aus als sollte das zu schaffen sein. Die ersten zwei
Stromausfälle habe ich bereits gut überstanden. (10:39 Ortszeit)
Dummerweise bin ich mal wieder in der dummen
Situation mit meinem Fahrrad zur Reparatur zu müssen. Nachdem erst die
ganzen einstellbaren Teile locker und zu fixieren waren obwohl ich den
Maulschlüssel bei Rudaev im Auto liegen gelassen habe, dann die Kette
gerissen ist, werde ich heute, am 4. Fahrrad-Tag, meine erste
Reifenpanne beheben müssen.
Ansonsten freue ich mich bereits auf die
Erfahrungsberichte von Ruben und Anne-Christin zu ihrer ersten Woche
hier beim Mittagessen.
20.09.2007
Nachdem ich ja gestern der letzte im Labor war,
musste ich abschließen. Und da mein Schlüssel nur geliehen war, musste
ich folglich heute früh auch wider aufschließen, sodass ich
gezwungenerweise richtig früh aufgestanden bin. Und das war garnicht so
schlimm ;) Noch werde ich eh' sehr früh wach, da ich die Umstellung auf
die Zeit hier sicher noch ein Weilchen braucht.
Außer während der exterm verlängerten Mittagspause,
die durch den heutigen Stromausfall bedingt war, habe ich die meiste
Zeit am PC verbracht, die restliche Software zum laufen zu bekommen und
muss dann morgen nur noch meine Daten auf dem PC transferieren um
arbeiten zu können. Die verlängerte Mittagspause habe ich dann zum
Aufwärmen genutzt und bei der Gelegenheit glücklicherweise die beiden
anderen deutschen Austauschstudenten getroffen. Anne-Christin aus Bremen
und Ruben aus Oldenburg, der gleich gefragt hat, ob mir Jorge Marx
Gomez (Magdeburger Wirtschaftsinformatiker, der einem Ruf an Uni in
Oldenburg gefolgt ist.) ein Begriff ist, was ich natürlich bejahte.
Morgen werden wir gemeinsam Mittagessen und dann mal
sehen, wie es weiter geht. Zumindest werden die beiden ab nä. Woche 2
Wochen lang Urlaub machen. Das habe ich auch vor aber erst zum Ende
meiner 3 Monate hier, entweder in Verbindung mit der Havanna-Reise zur
LogMark2007-Konferenz oder der Rückreise. Wenn es klappt werde ich für
die beiden beim Spanisch-Kurs mitschreiben und dafür ihre Unterlagen aus
der Woche bekommen.
Schlimmer als gestern noch ist der Regen. Trotz des
längeren in der Uni bleibens und des die großen Ragenmengen abwartens
bin ich mit dem Rad auf dem fast 2km langen Weg vom Labor zum Wohnheim
ziemlich naß geworden, aber auf jeden Fall weniger als alle Anderen
zufuß. Denn mit dem Rad kam ich zumindest fast trockenen Fußes durch die
vielen fast reißenden Bäche, die zuvor mal Straßen und Kreuzungen auf
dem Campus waren. Leider nur fast, denn ich musste die Straße von Santa
Clara nach Camajuani noch überqueren und dabei durch den ziemlich tiefen
und und breiten Straßengraben kommen und habe mir dabei doch einen
nassen Fuß geholt.
Aber ein Gutes hatte der Regen, es gab genügend Wasser um dann doch noch zu duschen :)
19.09.2007
Da es auf Kuba nur vorgesehen ist, Milch für Kinder
bis 7 Jahre auszugeben, war das heutige Frosties-(Azucar
Flakes)-Milchfrühstück eine willkommene Abwechslung auch wenn die Milch
aus Milchpulver und Wasser bestad hat sie doch relativ "echt"
geschmeckt. Ansonsten bin ich fast fertig, die notwenige Software zur
Arbeit hier am PC zu installieren, auch wenn ich ohne Java-VM so meine
Probleme hatte.
Außerdem ist ja gestern auf dem Rückweg die Kette
des neu gekauften Fahrrades gerissen, so habe ich mit Rudeav Hilfe die
Kette reparieren müssen. Seit dem läuft das Rad wieder.
Die kubanische Küche, zumind. was die Mensa an geht
scheint wirklich nicht sher abwechslungsreich zu sein. Ich habe das
Gefühl, mit dem heutigen Gericht die letzte Neuigkeit kennenzulernen:
das erste Mal arroz con frijoles (Reis mit schwarzen Bohnen) und
zusätzlich, als wäre es nicht genug noch pollo (Hähnchen). Also Reis mit
Bohnen ist hier ein Nationlagericht, das vorallem auch an den
Feiertagen gekocht wird.
Nachdem ich heute nicht einen Stromausfall hatte,
habe ich mich schon gefreut, aber offensichtlich zu früh, dann als ich
nach einem langen Tag in der Uni zurück ins Wohnheim kam, musste ich
nach dem Abendessen feststellen, dass es kein Wasser gab. Und da das bis
dahin noch nicht vorgekommen ist, war ich natürlich unvorbereitet.
Naja, zumind. hatte ich ja meinen 5l Trinkwasserkanister, auch wennich
ihn mit meinem unvorbereiteten Mitbewohner Raul geteilt habe, der auch
noch so frech war un mein Mineralwasser, das ich extra für's Milch
machen gekauft haeb ausgetrunken hat. Naja, ich hab es ihm ja nicht
ausdrücklich gesagt :(
Schön war zumindest, nachdem ich in der letzten Zeit
sehr viel Hilfe in Anspruch genomne habe auch selbst mal helfen zu
können. Und zwar ging es um den Datentransfer von Bildern auf nem Handy
zum PC. Glücklicherweise war es ein Nokia-Handy mit SD-Karte, sodass ich
einfach den Cardreader verwenden konnte :)
18. September 2007, mein zweiter Tag an der UCLV (Universidad Central "Marta Abreu" de Las Villas)
Ein Großteil der Eingewöhnungsphase hier in Santa
Clara habe ich jetzt hinter mir, ich weiß wo ich schlafe, arbeite,
einkaufen kann, es Essen gibt, wie ich wann wo hinkomme, wer hier in
meiner näheren Umgebung arbeitet. Selbst mit der rudimentären
Kommunikation in der Landessprache habe ich erste positive Erfahrungen
gesammelt. Ich kann bspw. unabhängig von anderen Einkaufen gehen und
Essen bestellen. Das Abenteuer kann also beginnen.
 Ein weiterer Eindruck von der Stadt Santa Clara
Und genau damit ging es dann nach de Arbeit auch
los. Das frisch erstandene, mit Luft in den Reifen versorgte und
erstmalig ausprobierte Fahrrad, an dem alle lockeren und festen
Schrauben mehrmals verstellt werden mussten, hatte seine erste Panne.
Die Kette ist gerissen. Also hieß es dann nach Hause schieben. Dann habe
ich versucht bei einem Ausflug in die Stadt eine Fahrradwerkstatt zu
finden, was mir dann erst bei der Rückfahrt mit einem Blick aus dem Bus
gelang. Naja, mal sehen, was noch so auf mich wartet.
 Mein Santa-Clara-Rad
Es während des gesamten Nachmittags immer wieder
Schauer, die ich glücklicherweise nur aus dem Bus erlebt habe. Aber mit
Einbruch der Dunkelheit gab es ein stundenlang anhaltendes ein großes
Gewitter. Und dabie haben sich die Frösche draußen garnicht wohl
gefühlt, also sind sie alle zu uns ins Wohnheim gekommen. Und da wir ja
keine Fenster im Europäischen Sine haben, sind sie natürlich nicht im
Flur oder dem Eingangsbereich sondern gleich direkt ins Zimmer gekommen.
Man kann also sagen es gab ein kleines, oder vielleicht auch größeres
Froschaufkommen ;)
 "Guten Morgen!"
Ein schönes Bild, das ich hier in den nächsten Tagen
auch zeigen werde ist mir dabei auch gelungen. Ich wusste ja nicht, das
Frösche auch Frösche fressen. Da habe ich mch an Obi Wans Spruch aus
StarWars I erinnert gefhlt als ich einen Froschhenkel aus dem Maul eines
großen Froschs hängen sah: "There is always a bigger fish" also "Es
gibt immer einen größeren Fisch". Auch wenn es sie hier ja um Amphibien
handelt (*klugscheiß*). Außerdem habe ich von Raul, meinem
Zimmerkumpanen gelernt, dass Froschschenkel auf Spanisch ankas de rana
sind ;)
(21.09.2007, 15,59) Hier das nachgereichte Bild:
 "Fünf Froschschenkel" oder im Original: "cinco anakas de rana"
17. September 2007, 13:30
Heute, dem ersten Tag an der Uni habe ich auch eine
der vorgenommen Aufgaben in Angriff genommen und allen geschrieben, die
mir in den Sinn kamen. außerdem Hat mir Rudaev bei den Wegen zur
Änderung des Touristenvisums in ein akademisches Visum geholfen.
Am Abend war ich dann ein weiters Mal im
Stadtzentrum, ein paar Kleingkeiten kaufen und etwas essen. Sehr Günstig
ist das Essen in den Restaurants in denen man für kubanische Peso essen
kann. So hane ich für umgerechnet ca. 0,60 € einen Hamburger gegessen
und eine Kola getrunken, wobei die Kola 2/3 des Preises ausgemacht hat.
Und danach habe ich noch in einem klenen Eckladen ein Softeis für eine
Peso national (ungefähr 0,04 €) bekommen.
16.September, ein Ausflug mit dem normalen Bus ins Stadtzentrum
Nachdem ich gut ausgeschlafen habe, und gestern
alles Wichtige eingekauft, alle Taschen ausgepackt und das Zimmer
gefegt, gewischt und geschrubbt hab, war am heutigen Sonntag ein Ausflug
in die Stadt dringend notwendig. Da ich mich mit meinem seit gestern
im Zimmer befindlichen spanischen Mitbewohner gut verstehe, haben wir
den Ausflug gemeinsam in Angriff genommen.
Wir haben Viele Eindrücke gewonnen, die ich gerne Teile, hier ein paar Bilder:
 Kirche: Iglesia del Carmen Straßen von Santa Clara Stromversorgung heute
 die andere Art des öff. Verkehrs Rio Cubanicay in Santa Clara Klassiker in Kuba: ein Pontiac
Nach dem Ausflug in die Stadt habe ich die erste
echte Cahnce genutzt meine Laufschuhe auf kubanischemm Boden
auszuprobieren und bin gleich mal um die Wohnheime, über die riesige
Feuchtbiotopwiese entlang am Zaun des östlichen Teils des Unicamups über
die Straße nach Camaguani auf den Hauptcampus, die Straßen antlang bis
zum Gebäude der Fakultät für Mechanik und der Fakultät für Chemie und
wieder zurück. In den gut 45 Minuten bin ich wahrscheinlich so ca. 7 km
gelaufen, da es über die Wiese doch sehr langsam voranging. (Im
Nachhinein betrachtet denke ich, war es gut mal gesehen zu haebn wo die
ganzen Krabbeltiere herkommen, die uns immr wieder m Zimmer besuchen,
dazu aber später mehr. *g*)
Samstag, 15.09.; Die Reise ist geschafft, nun kann's losgehen.
Frühstück mit Rudaev in Sant Clara
Shopping: Ventilator, Wäschekorb, Besen, Handfeger, Kerhblech, Essen, Fahrrad
Pokern mit Raul, meinem Mitbewohner
Die Reise nach Kuba (14.09.2007)
Meine Reise von Schönebeck aus ging über Magdeburg und Leipzig per Bahn und Flugzeug nach Varadero auf Kuba.
 Der LTU-Flug mit immerhin 3 Stunden Verspätung Flugzeug-Monitor vor der Landung
Nachdem die Reise nach Kuba nur in Deutschland ein
paar Überraschungen (unbesetzter Vorabendcheckin am Hbf. in Magdeburg,
Flugverspätung aus techn. Gründen) für mich bereithielt, bin ich in Kuba
sehr gut angekommen. Ich wurde trotz 3-stündiger Verspätung direkt am
Flughafen abgeholt. "Danke" dafür an Rudaev. Dann ging die Reise mit dem
Auto über kubansiche Straßen durch kubanischen Abendverkehr mit ein
paar kurzen Stopps an Puntos de Servicio zum Benzin und Kaffee "tanken"
direkt zum Wohnheim mit der netten Bezeichnung C-2, wo mich eine
Überraschung erwartete, die sich Zimmer nennt.
Im Zimmer, das mit 4 Doppelstockbetten, zwei
Wandschränken sowie einer Nasszelle ausgestattes ist, war auch gleich
der erste Mitbewohner zu sehen, ein handtellergroßer Frosch, dem es im
Zimmer sehr gut zugefallen schien. Er ist mir beim nächtlichen Abstecher
zur Toilette auch gleich näher gekommen, als ich es mir gewünscht
hätte. Es war nicht so angenehm, gleich in Körperkontakt zu treten.
Vielleicht wollte der Frosch ja auch nur sein Revier verteidigen. Aber
da werden wir sehen, wer den längeren Atem hat.
 Mein erster kubanischer Frosch! (P.S. Es sollte nicht der Letzte sein.)
|
veröffentlicht um 10.11.2010 22:57 von Falko Werner
[
17.04.2011 15:23 wurde aktualisiert.
]
In der Zeit vom 14. September bis zum 4./5. Dezember
2007 arbeite ich an der Partneruniversität der Magdeburger OvG-Uni, der
Universidad Central "Marta Abreu" de Las Villas in Santa Clara auf
Kuba. Ziel des Aufenthaltes ist die Fertigstellung meiner Dissertation
und außerdem Land und Leute kennen zulernen sowie etwas mehr spanisch zu
lernen.
Das Wetter aktuell:
Um zu zeigen, dass es nicht nur in Kuba interessante Tiere als
Besucher im Schlafzimmer gibt, hier ein Sonderfall in diesem Sommer:

Eine Heuschrecke im Schlafzimmer

zugehörige Nahaufnahme von hinten
|
|